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EU schnürt Rettungspaket für die Corona-Krise

Drei Sicherheitsschirme sollen Staaten und Unternehmen helfen
Europaflagge hinter Geldscheinen und Münzstapeln

Geld von der EU gibt es für Kreditgarantien, Kurzarbeit und Gesundheitskosten

© Zerbor / iStock / Getty Images Plus

Die Europäische Union hat ein umfassendes Rettungspaket geschnürt, das die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abfedern soll. Auch Unternehmen profitieren von den Maßnahmen, die ein Gesamtvolumen von 540 Milliarden Euro mobilisieren sollen. Das Paket besteht aus einem Garantiefonds, einem Kurzarbeiterprogramm und einer neuen Kreditlinie des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Die drei Instrumente im Überblick:

Garantiefonds für Unternehmenskredite

Viele Unternehmen benötigen derzeit Geld, um den wirtschaftlichen Lockdown zu überbrücken. Der Garantiefonds der Europäischen Investitionsbank (EIB) soll es vor allem kleinen und mittleren Unternehmen in den EU-Ländern erleichtern, Kredite zu erhalten. So könnte die EIB-Gruppe zusammen mit lokalen Geldgebern und nationalen Förderinstituten bis zu 200 Milliarden Euro für Betriebe mobilisieren, die derzeit zwar in Gefahr sind, aber ohne die Covid-19-Pandemie die Kreditanforderungen von Banken erfüllen würden. Dafür wird der Fonds mit 25 Milliarden Euro ausgestattet.

SURE – Unterstützung für Kurzarbeit

Die EU unterstützt mit dem Programm "SURE" die Finanzierung von Kurzarbeitsregelungen in den Mitgliedstaaten. Ziel ist es, Firmenpleiten und Entlassungen zu verhindern. Die finanzielle Unterstützung soll sich auf insgesamt bis zu 100 Milliarden Euro belaufen und den Mitgliedstaaten in Form von EU-Darlehen zu günstigen Bedingungen gewährt werden.
Jeder Mitgliedstaat, dessen öffentliche Ausgaben für Kurzarbeitsinstrumente oder ähnliche Instrumente in kurzer Zeit stark angestiegen sind, kann einen Antrag auf Mittel aus dem Instrument stellen. Der Rat entscheidet dann, ob dies bewilligt wird.

ESM-Kredite für gesundheitliche Folgekosten

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) wird über eine vorsorgliche Kreditlinie bis zu 240 Milliarden Euro für von Corona stark getroffene Länder bereitstellen. Anders als in der Vergangenheit sind diese ESM-Kredite nicht an bestimmte Reformauflagen geknüpft. Sie müssen jedoch zur Finanzierung von Gesundheitskosten genutzt werden, die aus der Pandemie resultieren.

Die Einigung auf diese drei Elemente nach langen Verhandlungen ist ein positives Signal, dass die EU-Mitgliedstaaten die Krise gemeinsam bewältigen möchten.


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Christopher Gosau Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik