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Normen für medizinische Ausrüstungen stehen kostenlos zur Verfügung

DIHK befürwortet Maßnahmen gegen Engpässe bei Corona-Schutzausrüstungen
Apotheker mit Stapel von Atemschutzmasken vor Regal

Atemschutzmasken sind in der Corona-Krise vielerorts ausverkauft

© MJ_Prototype / iStock / Getty Images plus

Nicht nur Desinfektionsmittel, sondern auch die erforderlichen Schutzausrüstungen wie Handschuhe und Gesichtsmasken fehlen infolge der Corona-Krise europa- und auch weltweit. Entsprechend haben die verantwortlichen EU-Behörden Maßnahmen angekündigt, um diese Engpässe zu überwinden.

Die europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC haben mit dem Einverständnis all ihrer Mitglieder – darunter DIN (Deutsches Institut für Normung) – und auf Bitte der Europäischen Kommission entschieden, eine Reihe von europäischen Normen für Medizinprodukte und persönliche Schutzausrüstung kostenlos zur Verfügung zu stellen. Damit wollen sie die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie unterstützen.

Masken und Handschuhe zum Schutz gegen das Coronavirus

Ziel ist es, dem wachsenden Mangel an Schutzmasken, -handschuhen und weiteren Produkten zu begegnen, mit dem viele europäische Länder derzeit zu kämpfen haben. Mit der Bereitstellung der Normen soll Unternehmen geholfen werden, die ihre Produktlinien umstellen wollen, um die so dringend benötigte Ausrüstung kurzfristig herzustellen.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks verweist ebenfalls auf die große Nachfrage nach Schutzausrüstung wie Schutzmasken, Handschuhen, Schutzkleidung und Augenschutz, die auch bei Unternehmen steige: "Es ist deshalb richtig, dass die europäischen Normungsorganisationen pragmatisch entschieden haben, wesentliche Anforderungen an Filtermasken, medizinische Handschuhe und Schutzkleidung frei verfügbar zu machen", betont Dercks.

Unternehmen brauchen Information und Koordination für Produktion von Corona-Schutzausrüstungen

"Auch die vom Bundesgesundheitsminister in Aussicht gestellte Abnahmegarantie für Schutzausrüstung schafft Planungssicherheit für Unternehmen – allerdings sollten wir die Frist für Unternehmen, hierfür Angebote abzugeben, noch um einige Tage verlängern. Zudem wäre eine Bündelung wichtiger Information für die Unternehmen hilfreich, beispielsweise auch zu den unterschiedlichen Beschaffungsprogrammen und Börsenplattformen für Schutzausrüstung. Es bietet sich an, eine Zentralstelle der Länder zu bilden oder eine der vorhandenen Stellen zu nutzen und entsprechend mit Ressourcen auszustatten. Das hilft den Unternehmen, ihre Produktion zielgerichtet umzustellen und kurzfristig dringend benötigte und zugleich sichere Schutzausrüstung herzustellen", erklärt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Schnelle Reaktion auch bei Covid-19-Tests erforderlich

Dercks macht aber auch auf einen weiteren Engpass aufmerksam: Schließlich sind auch verlässliche Covid-19-Tests nicht nur in Deutschland derzeit Mangelware. Sein Vorschlag lautet folgerichtig: "Ähnlich pragmatisch wie bei der Schutzausrüstung sollten wir außerdem bei der Einführung von Tests auf das Covid-19-Virus handeln. Um mehr und schnellere Tests auf das Coronavirus zu ermöglichen, sollten innovative Tests ohne weitere zeitaufwendige Verfahren zügig auf den EU-Markt gebracht werden können. Das gilt insbesondere, wenn sie bereits in Ländern wie den USA oder Japan zugelassen sind."

Für Unternehmen, die ihre Produktlinien umstellen wollen, um dringend benötigte medizinische Ausrüstung kurzfristig zu fertigen, stellt das Deutsche Institut für Normung (DIN) kostenlose Angebote zur Verfügung. Unter www.din.de/go/corona hat das Institut alle Informationen gebündelt, auch Normen für medizinische Ausrüstung finden Sie dort.

Antworten auf Fragen zur Verwendung und zum Inverkehr­bringen von medizinischer Ausrüstung finden Sie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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Porträtbild Dr. Achim Dercks, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
Dr. Achim Dercks Stellvertretender Hauptgeschäftsführer

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Freya Lemcke Bereichsleiterin DIHK Brüssel