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Mehr testen, um sicherer und schneller zu öffnen?

Unternehmen und IHK-Organisation engagieren sich bei Corona-Test-Initiative
An einer Frau wird ein Corona-Test durchgeführt

Die Durchführung gerade der Schnelltests ist relativ einfach, das Thema wirft dennoch viele Fragen auf

© Tang Ming Tung / DigitalVision / Getty Images

Hunderttausende Unternehmen in Deutschland fahren ihren Betrieb seit Monaten Corona-bedingt nur sehr eingeschränkt oder sind gar ganz geschlossen. Hygieneregeln sollen gewährleisten, dass die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich gehalten wird. Bund und Länder haben nun eine umfassende Teststrategie beschlossen, in die auch die Wirtschaft einbezogen ist. Deren Spitzenverbände – darunter auch der DIHK – fördern deshalb das zunehmende Engagement vieler Unternehmen, künftig noch mehr und stärker auf das Corona-Virus zu testen. 

Viele Branchen sind seit Monaten von den Corona-Beschränkungen betroffen: Die Veranstaltungsbranche leidet seit einem Jahr unter Corona-Dauerstillstand, aber auch Tourismus, Gastronomie und Hotellerie konnten von kurzzeitigen Lockerungen kaum profitieren. Weite Teile des Einzelhandels öffnen gerade erst wieder – und auch das nur unter strengen Auflagen. Viele Unternehmen kämpfen wegen der Corona-Pandemie um ihre Existenz und suchen nach Wegen, den Geschäftsbetrieb wieder hochzufahren.

Ein Weg, den Betrieben ihre Geschäftstätigkeit wieder zu ermöglichen, sind vermehrte Corona-Tests. Auch wenn damit bisher unentdeckte Infektionen offenbar werden und die Zahlen in die Höhe schnellen können, dienen die Tests der besseren Kontrolle des Pandemiegeschehens. Die Wirtschaft unterstützt jeden zielorientierten Ansatz, Fortschritte im Kampf gegen das Virus zu machen, wie der DIHK – gemeinsam mit anderen Verbänden – in einem Appell formuliert hat. "Die deutschen Unternehmen wollen auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten", heißt darin. Bis allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden könne, wolle man die Teststrategie "mit aller Kraft" unterstützen.

Corona-Tests in Betrieben

Zahlreiche Unternehmen bieten ihren Belegschaften schon seit dem Frühjahr 2020 jenseits von Pflichten engmaschige Testmöglichkeiten an, andere haben sich der aktuellen Test-Initiative angeschlossen oder dies angekündigt – unter anderem die Volkswagen AG, die Rewe Group, die Post, Henkel, Lanxess und andere. Übrigens testen auch viele kleine und mittelständische Betriebe bereits, wenngleich darüber weniger in den Medien berichtet wird. In Rostock etwa hat das Unternehmerinnen- und Unternehmer-Parlament der IHK (die so genannte Vollversammlung) beschlossen, sich noch stärker in eine Teststrategie einzubringen, wenn damit auch andere Verbesserungen in der Pandemiebekämpfung verbunden werden. Einige Vollversammlungsmitglieder gehen bereits seit Herbst 2020 mit persönlichem Testbeispiel voran - und kennen aus der Praxis Chancen, Risiken und Probleme. 

Viele Fragen zu Corona-Tests – gerade bei kleinen und mittelständischen Betrieben

Seit Mitte März erlaubt die Medizinprodukte-Abgabeverordnung den Verkauf von PoC-Tests an alle Arbeitgeber im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes. Die neue Verordnung gibt es zum Download auf der Website des BMG. Die kürzlich zugelassenen Selbsttests, die ohne geschultes Personal angewendet werden können, sind hingegen für jedermann frei verkäuflich.

Auch zu den verschiedenen Test-Arten, ihrer Durchführung, der Bescheinigung des Ergebnisses und der Übermittlung dieses Ergebnisses an die Gesundheitsämter gibt es noch viele Fragen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat dazu eine hier verfügbare, ausführliche FAQ-Liste (BDA) (PDF, 312 KB) zusammengestellt und aktualisiert sie fortlaufend.

Auch die FAQ-Liste des Bundesgesundheitsministeriums wird zu vielen dieser Aspekte kontinuierlich aktualisiert.

Gerade für kleine und mittelständische Betriebe ist eine umfassende Testung organisatorisch und finanziell nicht leicht umsetzbar. Hinzu kommt, dass sehr viele von ihnen mit den Corona-Beschränkungen zu kämpfen haben. Das ist besonders dort eine Herausforderung, wo aktuell bereits Pflichttests für Beschäftigte vorgesehen sind – etwa für Grenzpendler oder in Sachsen ab dem 15. März für Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Oft müssen Unternehmen dann sehr schnell reagieren können. 

Unterstützung durch die IHKs

Hier kommen die IHKs ins Spiel: Sie stehen den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Viele IHKs haben eigene FAQs veröffentlicht. Antworten bieten etwa die FAQs der IHK München und Oberbayern ("Schnelltests im Unternehmen") oder die FAQs der IHK Saarland ("Schnelltests für Grenzpendler").

Die saarländische Landesregierung stellt zudem kostenlose Schnelltests für Grenzpendler zur Verfügung, die von der IHK Saarland an die Unternehmen verteilt werden. Selbiges tut die Landesregierung von Baden-Württemberg: Sie hat 300.000 kostenlose Schnelltests für Grenzpendler zur Verfügung gestellt, die von den IHKs an die Unternehmen verteilt werden.  

Die IHK Hochrhein-Bodensee bietet Sachkundeschulungen für Unternehmen als Webinare an, damit Mitarbeiter auch Profi-Schnelltests im Betrieb vornehmen können. Und die IHK Schleswig-Holstein hat eine Handreichung zur Vorbereitung einer Antigen-Schnelltestung in Betrieben erarbeitet. Das Papier beinhaltet unter anderem eine Anleitung, wie eine professionelle Antigenschnelltestung im Betrieb vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten ist.  Neu hinzugekommen ist jetzt auch ein Erklärstück im PDF-Format zur Anwendung von Selbsttests.

Last but not least bereitet auch die DIHK-Bildungs-GmbH Deutschlands Betriebe auf die Umsetzung der Tests mit Podcasts, Erklärvideos und Online-Seminaren vor. Ab dem 17. März starten die ersten Webinare, die Podcasts folgen unmittelbar danach. Auch auf der DIHK-Website halten wir Sie natürlich über die Angebote und das Programm auf dem Laufenden.

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Porträtfoto Philipp Wien
Dr. Philipp Wien Referatsleiter Gesundheitswirtschaft

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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung

FAQ zu Corona-Tests und -Impfungen

Ich möchte meinem Team die Möglichkeit einer Impfung eröffnen. Was ist dazu bisher bekannt? Ich biete meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Corona-Tests an – welche Tests sind dafür geeignet, und wo erhalte ich sie? Was passiert bei einem positiven Ergebnis? Hier informieren wir Sie über praktische Aspekte des Testens und Impfens im Betrieb und fortlaufend auch über die sich aktuell rasch ändernden Regelungen.