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FAQ zu Soforthilfen und Krediten

Der auf DIHK-Initiative zurückgehende Notfall-Fonds für direkte Auszahlungen an Akut-Fälle ist seit dem 30. März bundesweit verfügbar, nachdem sich Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium am 29. März mit den Bundesländern auf den Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung geeinigt haben (siehe auch BMWi-Pressemitteilung).

Konkrete Hilfe gibt es für IHK-Mitgliedsunternehmen auch bei ihrer Kammer vor Ort.Darüber hinaus bieten fast alle Bundesländer neben dem Zugang zu den Bundeshilfen auch eigene Programme mit erweiterten Leistungen an. Gemeinsamer Grundstandard ist das Programm der Bundesregierung.

Hier ein Überblick, wie die verschiedenen Gelder auf den leeren Konten ankommen:

Soforthilfen und Kredite

Nein. Die Finanzminister von Bund und Ländern haben sich darauf verständigt, dass von der Corona-Krise betroffene Unternehmen ihre 2020 anfallenden Verluste bereits im laufenden Jahr teilweise mit Gewinnen aus 2019 verrechnen können sollen.

Dieser "vorgezogene Verlustrücktrag" ist möglich für Kapitalgesellschaften und Steuerpflichtige mit Gewinneinkunftsarten (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, Freiberufler) und mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Voraussetzung: Der Steuerpflichtige muss von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffen sein. Dies wird ohne weiteren Beleg vermutet, wenn der Steuerpflichtige die Vorauszahlungen für 2020 auf null Euro herabgesetzt hat und wenn er wahrheitsgemäß versichert, dass er im laufenden Jahr wegen der Corona-Krise nicht unerhebliche Verluste erwartet. Bezieht er noch andere Einkünfte als die genannten, ist das für den Antrag unschädlich. 

Und so funktioniert es: Betroffene müssen bis Ende März 2021 an das zuständige Finanzamt einen Antrag auf pauschalen Verlustrücktrag  stellen. Dieser beträgt 15 Prozent der Gewinn- beziehungsweise Vermietungseinkünfte, die der Berechnung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden. In vielen Fällen dürften dies die jeweiligen Einkünfte aus dem Jahr 2018 oder 2017 sein. Die Obergrenze beträgt eine Million Euro (bei Zusammenveranlagung von Ehegatten zwei Millionen Euro). 

Für Kapitalgesellschaften ergibt sich somit ein maximaler Liquiditätszufluss von 150.000 Euro für die Körperschaftsteuer zuzüglich einem entsprechenden Anteil des Solidaritätszuschlags. Bei Personenunternehmen ist der Liquiditätseffekt vom persönlichen Steuersatz abhängig.

Im Laufe des Jahres 2020 erfolgen die Steuerfestsetzungen für 2019. Wer einen pauschalen Verlustrücktrag erhalten hat, müsste dann in der Regel eine Nachzahlung leisten, weil der endgültige Verlustrücktrag erst im Rahmen der Festsetzungen für das Jahr 2020, also 2021 ermittelt wird.

Eventuelle Nachzahlungen werden jedoch auf Antrag zinslos gestundet, bis die Festsetzung für 2020 erfolgt ist. Falls diese ergibt, dass der Steuerpflichtige einen geringeren als den pauschalen oder gar keinen Verlustrücktrag hätte erhalten dürfen, sind die gestundeten Nachzahlungen innerhalb eines Monats zu leisten.

In dem BMF-Schreiben vom 24. April 2020 ist die Funktionsweise des pauschalen Verlustrücktrages anhand eines umfangreichen Beispiels erläutert. Sie finden das Papier auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Das Bundesfinanzministerium hat mit den Finanzverwaltungen der Bundesländer die beiden ersten "Corona-Erlasse" abgestimmt:

  • Stundung von Steuerzahlungen: Wenn Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen. An die Bewilligung der Stundung sind dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Unternehmen müssen darlegen, dass sie unmittelbar betroffen sind. Den Wert entstandener Schäden müssen sie aber nicht im Einzelnen belegen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer. Der DIHK dringt auf pauschale Regelungen, die sehr schnell greifen müssen.
  • Anpassung von Vorauszahlungen: Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können außerdem die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hierfür können sie bei ihrem Finanzamt einen Antrag stellen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert. Unternehmen können schon jetzt, einen Antrag auf Herabsetzung ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer beantragen. Die IHK München hat dazu einen einfachen Musterantrag entwickelt, den Sie auch hier herunterladen können (PDF, 36 KB).
  • Vollstreckungsmaßnahmen aussetzen: Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.
    Zu vergleichbaren Maßnahmen hat das Bundesfinanzministerium darüber hinaus die Zollverwaltung angewiesen, die u.a. die Energiesteuer und Luftverkehrsteuer verwaltet. Sie gelten außerdem für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer, soweit diese vom Bundeszentralamt für Steuern verwaltet wird.

Auf der Website der Generalzolldirektion gibt es aktuelle Hinweise unter anderem zu Steuerstundungen oder Vollstreckungsaufschub. Auch das Bundesfinanzministerium informiert auf seiner Website.


Die Bundesregierung hat ein Schutzschild für Unternehmen angeschoben, um Umsatzrückgänge infolge unterbrochener Lieferketten oder rückläufiger Nachfrage aufgrund des Coronavirus abzufedern. Für Einzelunternehmer und kleinere Betriebe mit bis zu zehn Vollzeit-Stellen gibt es bundesweit Soforthilfen, die Betroffene über die Bundesländer beantragen können. Dort gibt es in den meisten Fällen Ergänzungen durch kombinierte Landesprogramme.

Unternehmen, die vorübergehend aufgrund der Corona-Krise in Finanzierungsengpässe geraten, können zusätzlich das KfW-Sonderprogramm 2020 nutzen: Für die Instrumente "KfW-Unternehmerkredit" und "ERP-Gründerkredit Universell" übernimmt die Bundesregierung nun 80 beziehungsweise 90 Prozent der Haftung. Zudem werden diese Programme auch für Großunternehmen geöffnet.

Für größere Betriebe sind aber vor allem zinsgünstige Kredite mit langer Laufzeit und Absicherungen durch staatliche Förderbanken wie die bundeseigene KfW vorgesehen. Dazu zählt auch der am 6. April auf Initiative des DIHK beschlossene Schnellkredit für den Mittelstand, den die KfW seit dem 15. April verfügbar macht: Für Betriebe mit 11 bis 49 Mitarbeitern gibt es bis zu 500.000 Euro Kredit mit 100-prozentiger Haftungsfreistellung; Unternehmen ab 50 Mitarbeitern können bis zu 800.000 Euro erhalten. Die Laufzeiten betragen jeweils zehn Jahre mit Sondertilgungsmöglichkeiten ohne Vorfälligkeitsentscheidung bei jährlich drei Prozent Zinsen. Aber Achtung: Dieser Kredit ist nicht mit anderen Hilfsinstrumenten kombinierbar!

Die KfW informiert über die bereits verfügbaren Corona-Sonderkredite auf ihrer Website. Sie hat außerdem eine telefonische Hotline geschaltet, die an Werktagen von 8 bis 18 Uhr besetzt ist: 0800 539 9000.

Ein informatives Video zu den Krediten der KfW-Corona-Hilfe ist auch unter kfw.de/corona angebunden.

Die Bundesregierung hat noch weitere Angebote angekündigt. Bekannt sind die folgenden Eckdaten:

  • Der "KfW Kredit für Wachstum" steht künftig auch größeren Unternehmen ab einer Umsatzgrenze von fünf Milliarden (bisher zwei Milliarden) Euro zur Verfügung.
  • Die Bürgschaftsbanken verdoppeln den Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro. Sie können Bürgschaftsentscheidungen bis 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von drei Tagen fällen.
  • Von dem eigentlich für Unternehmen in strukturschwachen Regionen aufgelegten Großbürgschaftsprogramm können auch Betriebe außerhalb solcher Regionen profitieren.
  • Zudem stellt der Bund – ähnlich wie in der Finanzkrise von 2009 – Exportkreditgarantien (Hermesbürgschaften) bereit, um Unternehmen vor Zahlungsrisiken im Auslandsgeschäft zu schützen.
  • Ferner hat die Bundesregierung am 1. April ein Volumen von 2 Milliarden Euro für die Stärkung der Beteiligungsfinanzierung bei Start-ups in Aussicht gestellt.
  • Für große Unternehmen (beispielsweise solche mit mehr als 249 Mitarbeitern) steht künftig auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds bereit, der staatliche Beteiligungen ermöglichen soll.

Weitere Informationen zum Schutzschild für Unternehmen sowie alle Maßnahmen und weiterführende Links finden Sie auf dieser Seite des Bundeswirtschaftsministeriums

Eine kostenlose Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben können Sie über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken stellen. Die jeweils zuständige Bürgschaftsbank ist recherchierbar unter vdb-info.de.

Darüber hinaus bieten auch Banken der Länder kurzfristige Liquiditätshilfen wie Betriebsmittelkredite für Unternehmen vor Ort an. Die Programme sind sehr unterschiedlich. Eine Übersicht dazu gibt es auf dieser Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.  

Das Soforthilfe-Programm verzichtet nach Angaben der Bundesregierung bewusst auf ein bürokratisches Antragsverfahren, um eine rasche und unbürokratische Auszahlung zu gewährleisten. Die Angaben zum Antrag müssen aber richtig sein – Falschangaben können den Tatbestand des Subventionsbetrugs erfüllen und zu entsprechenden strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Anträge sind bis spätestens zum 31. Mai 2020 bei den zuständigen Behörden der Länder zu stellen, die die Umsetzung und Auszahlung der Hilfen übernommen haben. Alles kann online beantragt werden – und zwar über diese Webportale:

Baden-Württemberg
Seit Ende März, steht das "Antragsformular Soforthilfe Corona" bereit:
wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfe-corona

Bayern
Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das sich an Betriebe und Freiberufler richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind:
www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona.  Einen Antrag finden Sie unter https://www.soforthilfe-corona.bayern.

Berlin
Seit Dienstag, 14. April, können auch in Berlin erneut Anträge gestellt werden. Weitere Informationen unter www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/themen/coronahilfe/corona-liquiditaets-engpaesse.html.

Brandenburg
Das Hilfsprogramm für Unternehmen bis 100 Beschäftigte setzt die Investitionsbank des Landes Brandenburg um. Größere Unternehmen betreut die Wirtschaftsförderung Brandenburg auf ihrer Website. Anträge können seit Mittwoch, 25. März, eingereicht werden.

Bremen
Im Rahmen eines neu aufgelegten Förderprogramms können Unternehmen in Bremen und Bremerhaven Soforthilfen beantragen. Details erfahren Sie auf der Website der Förderbank BaB unter www.bab-bremen.de/bab/corona-soforthilfe.html. Einen Corona-Ticker für Unternehmen finden Sie unter www.bremen-innovativ.de/corona-info-ticker-fuer-unternehmen.

Hamburg
Anträge auf Zuschüsse im Rahmen des "Hamburger Schutzschirms" können über die Förderbank IFW gestellt werden. Informationen zur Soforthilfe gibt es unter www.ifbhh.de/foerderprogramm/hcs.
Zudem unterstützt die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg Unternehmen mit Finanzierungsbürgschaften.

Hessen
Einen Überblick über die hessischen Corona-Hilfen erhalten Sie unter wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/soforthilfe-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleine-betriebe. Einen Antrag finden Sie unter https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe; Bewerbungen sind bis Ende Mai möglich.

Mecklenburg-Vorpommern
Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt Soforthilfen für die Wirtschaft. Mehr lesen Sie unter www.lfi-mv.de/foerderungen/corona-soforthilfe.

Niedersachsen
Was Unternehmer wissen müssen, hat das Land Niedersachsen unter www.mw.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/informationen-zu-den-auswirkungen-des-coronavirus-185950.html zusammengestellt. Details über die Fördermöglichkeiten, die seit Mittwoch, 25. März, über die Seite der N-Bank beantragt werden können, gibt es unter www.soforthilfe.nbank.de.

Nordrhein-Westfalen
Angebote für Unternehmen hat das Wirtschaftsministerium des Landes unter www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner zusammengetragen. Zuschüsse über das Programm der Landesregierung für kleine Betriebe können  Betroffene in Kürze wieder über die Websites der Bezirksregierungen beantragen. Ein Formular gibt es  unter https://soforthilfe-corona.nrw.de. Eine Übersicht über die Hilfsangebote der IHKs finden Sie auf der Website von IHK NRW.

Rheinland-Pfalz
Welche Unterstützungsleistungen das Land Rheinland-Pfalz bereithält, lesen Sie unter mwvlw.rlp.de/de/themen/corona. Ein Antragsformular gibt es unter https://isb.rlp.de. Bitte richten Sie Ihre Anträge an csh@isb.rlp.de.

Saarland
Infos für die saarländische Wirtschaft hat die Landesregierung unter https://corona.saarland.de/DE/wirtschaft/wirtschaft_node.html zusammengefasst. Anträge für Soforthilfe gibt es unter https://corona.saarland.de/DE/wirtschaft/soforthilfe/soforthilfe-bund/soforthilfe-bund_node.html. Zudem erreichen Sie eine Hotline für Unternehmer unter der Telefonnummer 0681 501-4433 (montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr).

Sachsen
Infos und Antragsmöglichkeiten zu Landes- und Bundesprogrammen gibt es unter https://www.sab.sachsen.de. Die Antragstellung für die Erweiterung des Soforthilfe-Darlehens für größere Unternehmen (Darlehen über 50.000 Euro) ist Mitte April gestartet.

Details über das Hilfsprogramm "Sachsen hilft sofort" liefert Ihnen die Website der Sächsischen Aufbaubank. Über weitere Angebote können Sie sich unter www.coronavirus.sachsen.de informieren.

Sachsen-Anhalt
Was das Land Sachsen-Anhalt unternimmt, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, erfahren Sie unter mw.sachsen-anhalt.de/media/coronavirus/wirtschaft. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten einer Hotline, die Unternehmen unter der Nummer 0391 567-4750 werktags zwischen 8:30 und 16 Uhr erreichen können. Anträge können ab Montag, 30. März 2020, bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt gestellt werden. 

Schleswig-Holstein
Hilfen stehen bereit und können unter https://www.ib-sh.de/produkt/corona-soforthilfe-programm bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein beantragt werden. Informationen finden Unternehmer auch unter https://www.ib-sh.de/infoseite/corona-beratung-fuer-unternehmen.

Thüringen
Hier ist auch eine Antragstellung über Ihre örtliche IHK möglich – zum Beispiel bei der IHK Erfurt, bei der IHK Südthüringen in Suhl oder bei der IHK Ostthüringen zu Gera. Alternativ können Anträge auch gestellt werden über die Aufbaubank Thüringen.

Antragsberechtigt sind Solo-Selbstständige, Angehörige der Freien Berufe und kleine Unternehmen einschließlich Landwirte mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente). Sie müssen am Markt wirtschaftlich als Unternehmen tätig sein, ihre Tätigkeit von einer inländischen Betriebsstätte oder einem inländischen Sitz der Geschäftsführung aus ausführen und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sein.

Der Antragsteller muss einen Liquiditätsengpass durch die Corona-Krise nachweisen, also versichern, dass er durch die Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Entsprechend darf er sich nicht bereits am 31. Dezember 2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

Mit der Soforthilfe will die Bundesregierung die wirtschaftliche Existenz von Unternehmen sichern und ihnen bei der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen infolge der Corona-Krise helfen. Dabei können

  • Unternehmen beziehungsweise Selbstständige aus allen Wirtschaftsbereichen mit bis zu fünf Beschäftigten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro für drei Monate beantragen;
  • Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro erhalten, ebenfalls für drei Monate.

Eine Kumulierung mit anderen Hilfen im Zusammenhang mit der Corona-Krise ist möglich. Eine Überkompensation ist aber zurückzuzahlen.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds richtet sich besonders an die großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Allerdings können auch kleinere Betriebe im Bereich kritischer Infrastrukturen und Sektoren berücksichtigt werden. Der Fonds soll neben den bestehenden Liquiditätshilfen weitere Stützungsmaßnahmen bieten – von staatlichen Liquiditätsgarantien bis hin zu einer direkten Beteiligung des Staates an besonders betroffenen Unternehmen.

Ziel ist es, durch die folgenden Instrumente Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern:

  • Liquiditätsgarantien mit einem Garantierahmen in Höhe von 400 Milliarden Euro
  • Kapitalmaßnahmen: Kreditermächtigungen in Höhe von 100 Milliarden Euro für direkte Rekapitalisierungsmaßnahmen
  • Refinanzierung: Kreditermächtigung in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Refinanzierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei der Ausführung der ihr zugewiesenen Sonderprogramme

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds ist im Grunde eine Ergänzung des Finanzmarktstabilisierungsfonds aus der Finanzkrise von 2008.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Das Gesundheitsamt kann nach § 29  und § 30 Infektionsschutzgesetz Menschen unter Quarantäne stellen. Wenn der Betroffene krank ist, gelten die Regeln für eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Diejenigen, die ohne Krankheit vorsorglich unter Quarantäne stehen, haben per Gesetz einen Anspruch auf Verdienstausfall in Höhe ihres Nettoeentgeltes. Den übernimmt zunächst der Arbeitgeber; innerhalb von drei Monaten kann er nach § 56 Infektionsschutzgesetz einen Antrag auf Erstattung der ausgezahlten Beträge stellen.

Ja, unter bestimmten Umständen können Arbeitgeber eine Stundung der bereits fällig gewordenen oder noch fällig werdenden Beiträge zunächst für die Ist-Monate März 2020 bis Mai 2020 beantragen.

Stundungen sind zunächst längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren. Dabei bedarf es weder einer Sicherheitsleistung, noch sind Stundungszinsen zu berechnen. Erfasst werden können auch Beiträge, die bereits vor dem vorgenannten Zeitraum fällig wurden. Das gilt unabhängig davon, ob bereits eine Stundungsvereinbarung geschlossen wurde oder andere Maßnahmen eingeleitet wurden. Wird dem Antrag des Arbeitgebers auf Stundung von Beitragsansprüchen entsprochen, gelten damit die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer, die vom Arbeitgeber im "Firmenzahlerverfahren" abgeführt werden, gleichermaßen als gestundet.

Voraussetzung für den erleichterten Stundungszugang ist, dass die sofortige Einziehung der Beiträge ohne die Stundung trotz vorrangiger Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld, Fördermitteln und/oder Krediten mit erheblichen Härten für den Arbeitgeber verbunden wäre. Dabei ist in der Regel eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie erlitten hat, ausreichend.

Aktuelle Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des Krankenkassen-Spitzenverbandes GKV (bitte in der Auflistung unten den Punkt Sozialhilfebeiträge auswählen). Dort steht auch einen Antrag auf Stundung zur Verfügung.

Ruht der Betrieb oder die Praxis aufgrund einer angeordneten Quarantäne, können Selbstständige nach § 56 Infektionsschutzgesetz bei der zuständigen Behörde einen "Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang", also eine Entschädigung, beantragen.

Zudem werden die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) sowie die Hilfe zum Lebensunterhalt nach Sozialgesetzbuch VII und weitere Leistungen nach SGB in vereinfachten Verfahren zugänglich gemacht. Auch Selbstständige sollen demnach schnell, unbürokratisch und zeitnah unterstützt werden, um nicht wegen der Folgen der Corona-Pandemie in Existenznot zu geraten. Im Einzelnen sind für Bewilligungszeiträume vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 vorgesehen:

  • eine befristete Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen,
  • eine befristete Anerkennung der tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung
  • Erleichterungen bei der Berücksichtigung von Einkommen in Fällen einer vorläufigen Entscheidung.

Die Bundesregierung kann den Zeitraum für die erleichterten Bedingungen durch Rechtsverordnung bis zum 31. Dezember 2020 verlängern. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Krankenkassenbeiträge können auch Mitglieder der GKV, die ihre Beiträge selbst zahlen, unter bestimmten Umständen stunden (nähere Informationen dazu finden Sie hier). Dabei ist bei Selbstständigen zuvor zu prüfen, ob auch eine Beitragsermäßigung wegen eines krisenbedingten Gewinneinbruchs in Betracht käme. Falls ja, sind die Hürden für den Nachweis einer unverhältnismäßigen Belastung im Sinne des § 6 Abs. 3a und § 6a Abs. 3 der Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler abgesenkt. Bis auf Weiteres können die Krankenkassen anstelle der sonst vorgeschriebenen Vorauszahlungsbescheide auch andere Nachweise über die geänderte finanzielle Situation des Selbstständigen akzeptieren. Dies sind zum Beispiel Erklärungen von Steuerberatern, finanz- und betriebswirtschaftliche Auswertungen oder auch glaubhafte Erklärungen von Selbstständigen über erhebliche Umsatzeinbußen.

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