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Mit Apps & Co. gegen die Corona-Krise

Digitale Ansätze können im Kampf gegen das Virus helfen
Corona-App RKI

Auch über die Corona-App des Robert-Koch-Instituts hinaus gibt es viele Anwendungen, die in der Pandemie hilfreich sein können

© DIHK / Jens Schicke

Hatte ich beim Einkaufen, Joggen oder auf dem Weg zur Arbeit Kontakt zu einem mit Corona infizierten Menschen? Sogenannte Corona-Apps könnten bald per Push-Nachricht die Antwort liefern. Ein wichtiger Schritt auf dem Rückweg zur Normalität – sowohl für die Gesellschaft als auch für die Wirtschaft.

Denn mithilfe der App können die Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, schnell gewarnt werden, sich isolieren und so ihre Mitmenschen schützen. Je schneller auf diesem Weg die Infektionsketten unterbrochen werden, desto früher können Ladengeschäfte und Gaststätten wieder öffnen und Betriebe ihre Produktion wieder aufnehmen.

Ein Vorschlag für die Funktionsweise einer europäischen Corona-App ist die sogenannte Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing (PEPP-PT)-Lösung. Apps, die auf dieser Basis arbeiten, speichern die Daten zentral. So lassen sich Warnhinweise leichter versenden, außerdem könnten die Daten anonymisiert für die Forschung verwendet werden. Die DP-3T-Initiative setzt dagegen auf ein dezentrales Modell, weil dadurch ein Missbrauch von einem zentral vorgehaltenen Datenbestand prinzipiell ausgeschlossen wird. 

Die persönlichen Daten der Nutzer zu schützen, ist in jedem Fall eine absolute Notwendigkeit, denn die Installation der Handy-Programme soll freiwillig sein. Damit möglichst viele Menschen eine Corona-App installieren und Bluetooth aktivieren, sobald sie sich in der Öffentlichkeit bewegen – Voraussetzung für den Erfolg dieser Anwendungen –, müssen sie darauf vertrauen können, dass ihre Daten sicher und vor Missbrauch geschützt sind.

Infografik Corona-Apps

Corona-Apps tragen zu mehr Sicherheit im öffentlichen Leben bei

© DIHK / Jana Zimmermeyer

Allerdings bleibt zu bedenken, dass die aktuell diskutierten Lösungen auf einer Bluetooth-Variante basieren, die nach der Einschätzung von Experten auf jedem vierten Smartphone nicht funktioniert. Und: Gerade ältere Menschen, die die größte Risikogruppe bilden, haben häufig nur ein einfaches Handy oder gar kein Mobiltelefon.

Menschen schützen und Wirtschaft wieder in Gang bringen – digitale Wege aus der Krise

Digitale Lösungen könnten auch über Corona-Apps hinaus dazu beitragen, die Krise zu überwinden. Plattformen, die den Online-Einkauf bei derzeit geschlossenen lokalen Geschäften ermöglichen, digitale Assistenten, die helfen, Kurzarbeitergeld zu beantragen – der Hackathon der Bundesregierung #WirvsVirus hat gezeigt, was in kürzester Zeit möglich ist.

Auch für das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln  gibt es interessante Ansätze. So könnte ein intelligentes Ticketsystem Schlangen vor Geschäften überflüssig machen und so die Wartezeiten beim Einkaufen verringern. Funktionieren würde es ähnlich wie bei Ticket-Diensten von Museen, die den Einlass zu bestimmten Zeiten garantieren und somit dafür sorgen, dass das Museum nicht überfüllt ist. Das schützt nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter.

Für die Nutzerfreundlichkeit aller Lösungen ist aber wichtig, dass branchenübergreifende Lösungen entstehen und gemeinsame Standards genutzt werden.

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Porträtbild Dirk Binding, Bereichsleiter Dienstleistungen | Infrastruktur | Regionalpolitik
Dirk Binding Bereichsleiter Digitale Wirtschaft, Infrastruktur, Regionalpolitik