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Müssen Unternehmen auf die nächste Steuererklärung warten, bis sie ihre in der Corona-Krise erlittenen Verluste geltend machen können?

Nein. Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass Unternehmen ihre 2020 und 2021 anfallenden Verluste bereits im laufenden Jahr teilweise mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnen können sollen.

Dieser "vorgezogene Verlustrücktrag" nach § 111 EStG ist möglich für Kapitalgesellschaften und Steuerpflichtige mit Gewinneinkunftsarten (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, Freiberufler) und mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Dazu kann auf Antrag ein vorläufiger Verlustrücktrag für 2020 im Rahmen der Steuerfestsetzung für 2019 vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Der vorläufige Verlustrücktrag beträgt pauschal 30 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit).

Voraussetzung dabei ist, dass die Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden. Die Berücksichtigung eines vorläufigen Verlustrücktrags kann aber auch in nachgewiesener Höhe beantragt werden. Die Berücksichtigung eines vorläufigen Verlustrücktrags in dieser Weise wurde auf 2021 ausgedehnt.

Insgesamt kann der vorläufige Verlustrücktrag bis zu 10 Millionen Euro betragen, bei Ehegatten bis zu 20 Millionen Euro.