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Praktische Tipps für die Ausbildung im Homeoffice

Was Ausbilder beachten sollten, wenn Homeoffice in Pandemiezeiten erforderlich ist
Bärtiger Mann mit Headset am Laptop

© Eva-Katalin / E+ / Getty Images

Homeoffice während der Ausbildung sollte die Ausnahme sein, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Wenn auch Auszubildende im Homeoffice sind, hat das nämlich nicht nur Vorteile, weiß der Wirtschaftspsychologe Florian Becker. Der Experte, der an der TH Rosenheim unterrichtet, hat deshalb einige Tipps für Unternehmen parat.

Schon am Arbeitsplatz im Unternehmen lauern auf den Azubi jede Menge Ablenkungen: das Smartphone, Websites, die ihn privat interessieren. Ohne Kontrolle wird dieses Phänomen noch verstärkt, weiß Florian Becker. Der Wirtschaftspsychologe legt Ausbildern ans Herz, mit ihren Schützlingen Gespräche über den Alltag im Homeoffice zu führen. Und hier gebe es einige Grundregeln, so Becker.

Störungsfreier Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz daheim muss störungs- und ablenkungsfrei sein. Dazu gehört, dass sich kein TV oder Handy in der Nähe befindet und auch, dass am Bildschirm nur Seiten offen sind, die wirklich für den Job gebraucht werden. Sind mehrere Leute daheim, gilt es, Regeln aufzustellen. Eine lautet: Wer telefoniert, verlässt den Raum. Und das soziale Umfeld soll so eingebunden werden, dass es einen nicht ständig unterbricht.

Home-Office-Tag mit Struktur und Rhythmus

Wer von zu Hause aus arbeitet, muss sich selbst organisieren können und diszipliniert sein. Es gilt, seinem Tag eine Struktur und einen Rhythmus zu geben. Das Wichtigste ist, sich Gewohnheiten aufzubauen. „Gewohnheiten sind unser bester Freund, wenn es die richtigen sind“, sagt Becker. Dazu gehöre bereits, wann man aufstehe, wie lange man arbeite, aber auch, wann man Pausen mache und regeneriere.

„Struktur ist ganz wichtig. Nur so kann es funktionieren,“ so Becker. Zur Ausbildung gehöre auch das Lernen, und hier rät der Experte, Azubis nicht „stundenlang in einer Videokonferenz etwas vorzusagen. Viel besser ist es, wenn sie sich Inhalte vorher aktiv erarbeiten müssen.“

Deshalb solle man Inhalte vorab digital aufbereitet zur Verfügung stellen, um die jungen Menschen dann in einer Videokonferenz zu fragen, was sie an dem Gelernten besonders interessant fanden. „Dann sind sie sanft gezwungen, sich selbst mit dem Stoff zu beschäftigen.“ Wenn das anschließend noch vertieft werde, sei „das viel nachhaltiger, und das klappt auch daheim“.


Autorin: Melanie Bäumel-Schachtner

Der Artikel ist zuerst in der POSITION, unserer IHK-Zeitschrift für Ausbildungsthemen, erschienen.

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Mann steht vor Gemälde und hat die Arme verschränkt.
Thilo Kunze Referatsleiter Infocenter, Chefredakteur POSITION