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Überbrückungshilfe, November-, Dezemberhilfe & Co.

Was Unternehmen über Fristen, Voraussetzungen und Infoquellen wissen sollten
Lockdown-Einkaufspassage

Bis sich die Einkaufspassagen wieder füllen, wollen Bund und Länder den Unternehmen finanziell unter die Arme greifen

© DIHK / Jens Schicke

Die Corona-Krise beeinträchtigt das Wirtschaften in Deutschland mittlerweile seit einem Jahr. Vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen mussten ihren Geschäftsbetrieb wegen der Pandemie-Maßnahmen ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen. Bund und Länder leisten unter anderem mit Überbrückungs-, Neustart-, November- und Dezemberhilfe Unterstützung.

Zuletzt starteten im Februar 2021 die Antragsverfahren zur "Neustarthilfe" , in deren Rahmen Soloselbstständige für Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr 2021 einen Liquiditätsvorschuss in Höhe von maximal 7.500 Euro erhalten können, und zur Überbrückungshilfe III, für die seit dem 12. Februar Abschlagszahlungen von mittlerweile bis zu 200.000 Euro pro Monat möglich sind und bei der mit dem Bund-Länder-Beschluss vom 23. März 2021 weitere Verbesserungen vorgenommen wurden. 

Ein chronologischer Überblick:

Um den Betrieben dabei zu helfen, ihre trotz der Umsatzeinbrüche fortlaufenden betrieblichen Fixkosten zu decken, riefen Bund und Länder im März 2020 zunächst die Soforthilfen ins Leben, die Mitte des Jahres von der Überbrückungshilfe abgelöst wurden.

Am 8. Juli 2020 ging die gemeinsame bundesweite Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de an den Start, über die Unternehmen mit Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen Zuschüsse von mittlerweile bis zu 1,5 Millionen Euro pro Monat zu den Betriebskosten beantragen lassen können. Das Portal bietet seit Anfang Februar 2021 auch einen Push-Nachrichtendienst, den Sie beim Aufruf der Seite abonnieren können.

Überbrückungshilfe II als Zuschuss zu den Fixkosten

Das ursprüngliche Programm wurde im Sommer 2020 zur Überbrückungshilfe II weiterentwickelt, die bis zu 50.000 Euro monatlich umfassen und seit dem 21. Oktober für den Zeitraum September bis Dezember 2020 beantragt werden konnte. Die Frist endete am 31. März 2021. Mehr Informationen bietet unser Beitrag zur Überbrückungshilfe II

November- und Dezemberhilfe aufgrund der Schließungen 

Angesichts des Ende Oktober 2020 beschlossenen Lockdown light legte die Bundesregierung eine "außerordentliche Wirtschaftshilfe" auf, die die Unternehmen mit 75 Prozent ihres Umsatzausfalles für die Schließungen im November und Dezember kompensieren sollte. Sie wird weiterhin über die Länder ausgezahlt und kann bis zum 30. April 2021 beantragt werden. Einzelheiten sind in unserer FAQ zur außerordentlichen Wirtschaftshilfe nachzulesen.

Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe

Parallel kündigte die Bundesregierung eine Fortsetzung der Überbrückungshilfe als "Überbrückungshilfe III" an, zu der das Antragsverfahren im Februar begonnen hat. Mit dem Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar 2021 wurde das Programm noch einmal verbessert und erweitert. Unternehmen können nun mit bis zu 1,5 Millionen Euro pro Monat bezuschusst werden; es gelten jedoch die im "Temporary Framework der EU-Kommission geregelten EU-beihilferechtlichen Obergrenzen von aktuell 12 Millionen Euro, die ein Unternehmen insgesamt maximal an Hilfen erhalten kann. Mit dem Beschluss vom 23. März wurden weitere Verbesserungen vorgenommen, unter anderem ist jetzt ein 100-prozentiger Fixkostenzuschuss möglich, und es wurde ein Eigenkapitalzuschuss eingeführt. Auch können nunmehr Unternehmen Überbrückungshilfe beantragen, die nach dem 30. April 2020 ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Maßgeblich ist nun eine Gründung beziehungsweise Aufnahme der Tätigkeit bis zum 31. Oktober 2020. Hier gibt es unsere FAQ zur Überbrückungshilfe III. 

Darüber hinaus trägt der Bund mit seiner Mitte Februar an den Start gegangenen "Neustarthilfe" von bis zu 7.500 Euro der besonderen Situation von Soloselbstständigen Rechnung, die meist nur geringe Fixkosten nachweisen können und deshalb wenig von der Überbrückungshilfe profitieren. Über Einzelheiten informieren wir Sie in unserer FAQ zur Neustarthilfe. 

Weiterführende Informationen

  • Eine Übersicht über die Hilfen inklusive einer Infografik hält das Bundesfinanzministerium auf seiner Website bereit. 
  • Den Stand der beantragten Mittel aus den genannten und weiteren Hilfsprogrammen können Sie auf dem "Dashboard Deutschland" des Statistischen Bundesamtes recherchieren. 
  • Über Fragen zu finanziellen Unterstützungen hinaus hat die Corona-Pandemie viel weiteren Klärungsbedarf hervorgerufen: Wie steht es um Steuererleichterungen, wie geht man mit Gewerbemieten um, welche Maßnahmen können Betriebe zum Gesundheitsschutz ergreifen? Die IHK-Organisation hat in zahlreichen Unternehmenskontakten die Fragen der Betriebe ermittelt und Antworten in den hier gesammelten FAQ zusammengestellt.
  • Wie es um die Stimmung der Unternehmen während der Corona-Pandemie bestellt ist und wie sie die Geschäftslage in den kommenden Monaten einschätzen, können Sie zudem unseren regelmäßigen Corona-Blitzumfragen entnehmen.

Kontakt

Porträtbild Dr. Marc Evers, Referatsleiter Mittelstand | Existenzgründung | Unternehmensnachfolge
Dr. Marc Evers Referatsleiter Mittelstand, Existenzgründung, Unternehmensnachfolge
Hände von zwei Menschen, von denen einer Geldscheine hält, der andere einen Vertrag unterschreibt

German Federal Support Measures

Möchten Sie internationale Geschäftspartner über die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung in der Corona-Krise informieren? Ein englischsprachiges Papier der AHKs, das die Programme beschreibt und Links listet, gibt es hier zum Download.