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Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung in der Praxis?

Beim DIHK melden sich zahlreiche Betriebe, die auf den mit der Mehrwertsteuersenkung verbundenen Aufwand aufmerksam machen. Denn sie müssen eine zweifache Umstellung bewerkstelligen: die Reduzierung der Sätze zum 1. Juli und die Rückkehr zu den derzeit geltenden Steuersätzen am 1. Januar 2021.

Hierfür müssen Kassensysteme müssen neu programmiert oder Preislisten neu erstellt werden. Gerade kleinere Betriebe sind dabei häufig auf kostenintensive Serviceleistungen angewiesen.

Außerdem sind mit Blick auf Auftragserteilung, Lieferung beziehungsweise Leistungserbringung, Rechnungstellung oder Anzahlungen Abgrenzungsprobleme zu erwarten. Das betrifft Dauerleistungen wie Energielieferungen und Leistungen, die über den Monatswechsel Juni/Juli (respektive Dezember/Januar) fakturiert werden, ebenso wie etwa Leasingverträge, Gutscheine, Rück- oder Pfanderstattungen.

Probleme ergeben sich auch bei der Erstellung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Die neu anzulegenden Steuersätze müssen im System zur Erstellung der USt-Voranmeldung erst noch dem neuen (noch nicht vorhandenen) USt-Formular zugeordnet werden. Das braucht Zeit. Die neuen Steuersätze müssen auch erst noch angelegt werden.

Eine automatische Rück-Umstellung des Steuersatzes zum 1. Januar 2021 ist im System nicht möglich. Während Anfang Januar 2021 noch Jahresabschlussbuchungen aus Rechnungen der letzten Dezemberwoche anfallen und Projektabrechnungen mit altem Steuersatz erfolgen, muss schon wieder ein neuer Steuersatz im System hinterlegt werden. Deshalb entsteht eine erhöhte Fehleranfälligkeit in der oftmals hektischen Zeit der Jahresabschlussarbeiten.

Was zu beachten ist, erläutert DIHK-Steuerchef Rainer Kambeck hier.

Eine Liste häufiger Fragen zum Thema Mehrwertsteuersenkung hat zudem die Bundesregierung auf ihrer Website zusammengestellt.