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Was bringt die Überbrückungshilfe III?

Am 9. Juni 2021 hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Erweiterung der Überbrückungshilfe III und ihre Verlängerung bis zum 30. September 2021 angekündigt. Hier erfahren Sie mehr darüber. Sobald weitere Details bekannt sind, werden wir die nachfolgenden Informationen aktualisieren.

Seit dem 10. Februar 2021 können besonders von der Corona-Krise betroffene Unternehmen Überbrückungshilfe III beantragen. Die ersten Abschlagszahlungen fließen seit dem 12. Februar – hier sind nun bis zu 200.000 Euro pro Fördermonat möglich. Die Entscheidung der Bundesländer über die Anträge und die reguläre Auszahlung erfolgt seit März 2021.

Fixkostenzuschüsse bis Ende Juni

Das Instrument in Kürze: Bei der Überbrückungshilfe III handelt es sich um nicht rückzahlbare Zuschüsse zu bestimmten Fixkosten, die die Bundesregierung in einem gesonderten Katalog zusammengestellt hat. Das Programm führt die Überbrückungshilfe II fort, die bis zum 31. Dezember 2020 lief und bis zum 31. März 2021 rückwirkend beantragt werden konnte. (Hier gibt es mehr Infos zur Überbrückungshilfe II.)

Die Überbrückungshilfe III deckt den Zeitraum November 2020 bis Ende Juni 2021 ab – eventuelle Leistungen aus der Überbrückungshilfe II für die Monate November und Dezember 2020 werden – wie auch andere Leistungen – angerechnet.

Wer profitiert in welcher Höhe?

Antragsberechtigt für die Überbrückungshilfe III sind Unternehmen, die im jeweiligen Antragsmonat pandemiebedingt mindestens 30 Prozent weniger Umsatz erzielt haben als im Referenzmonat des Jahres 2019. Bislang galt das nur für Betriebe mit maximal 750 Millionen Euro Jahresumsatz in Deutschland – diese Grenze wurde allerdings mit Bund-Länder-Beschluss vom 3. März für bestimmte Branchen gestrichen. 

Das Spektrum der im Katalog aufgeführten relevanten Kosten (siehe auch Punkt 2.4 in den FAQ des Bundeswirtschaftsministeriums) reicht von Mieten, Zinsen oder Leasing-Gebühren über nicht von Kurzarbeitergeld erfasste Personalaufwendungen – hier gibt es pauschal 20 Prozent der Fixkosten – bis hin zu baulichen Maßnahmen oder Digitalisierungs-Aktivitäten.

Spezielle Regelungen gelten zudem für den Einzelhandel (Abschreibung für Winterware), die Kultur-, Veranstaltungs- sowie die Reisebranche oder die Pyrotechnik-Industrie. Mittlerweile dürfen nach den aktuellen Anpassungen auch Hersteller und Großhändler im Rahmen der Überbrückungshilfe III Abschreibungen für Saisonware und verderbliche Ware ansetzen.

Details bieten die FAQ des Bundeswirtschaftsministeriums zur Überbrückungshilfe III.  

Erstattet werden die Fixkosten je nach Einbußen zu gestaffelten Anteilen:

bei Umsatzrückgängen

  • von 30 bis 50 Prozent zu 40 Prozent,
  • von 50 bis 70 Prozent zu 60 Prozent,
  • von mehr als 70 Prozent zu 100 Prozent.

Neu: Eigenkapitalzuschuss

Mit den jüngsten Anpassungen im Zuge des Bund-Länder-Beschlusses vom 23. März erhalten Unternehmen, die pandemiebedingt besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, einen neuen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung. Hierfür müssen sie nachweisen, dass ihr Umsatz in mindestens drei Monaten zwischen November 2020 und Juni 2021 gegenüber den Vergleichsmonaten 2019 um 50 Prozent oder noch stärker eingebrochen ist.

Der Eigenkapitalzuschuss beträgt zwischen 25 und 40 Prozent des Betrages, den ein Unternehmen für die förderfähigen Fixkosten nach Nr. 1 bis 11 erstattet bekommt (siehe auch FAQ des BMWi zur Überbrückungshilfe III). Er ist gestaffelt und steigt an, je länger der Betrieb einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten hat. Für den dritten Monat beträgt der Zuschuss 25 Prozent, im vierten Monat erhöht er sich auf 35 Prozent, bei fünf oder mehr Monaten steigt er erneut auf 40 Prozent. Ein Rechenbeispiel gibt es in der Pressemitteilung des BMWi vom 1. April 2021.

Antragstellung läuft bis Ende August

Anträge auf Überbrückungshilfe III können noch bis zum 31. August 2021 unter der Adresse  www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden. Dafür ist es erforderlich, "prüfende Dritte" (Steuerberater/-innen, Wirtschaftsprüfer/-innen, Rechtsanwälte/-anwältinnen oder vereidigte Buchprüfer/-innen) einzuschalten. Die Kosten werden bezuschusst. Dies gilt auch für Soloselbstständige.

Alternativ können Soloselbstständige im Rahmen der sogenannten Neustarthilfe, die Mitte Februar 2021 an den Start gegangen ist, eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 7.500 Euro erhalten. Hier können mittlerweile auch prüfende Dritte die Anträge stellen. Die Neustarthilfe wurde zudem auf Ein- und Mehr-Personen Kapitalgesellschaften ausgeweitet. Auch Gesellschafter einer Personengesellschaft können die Neustarthilfe erhalten.  Mehr Infos dazu finden Sie in unserer FAQ zur Neustarthilfe.

Eine Hotline zur Antragstellung hat das Ministerium für prüfende Dritte unter der Rufnummer 030 5268-5087 geschaltet.

Mehr Details zur Überbrückungshilfe III (und auch zur Neustarthilfe) gibt es auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums.