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Was ist Kurzarbeitergeld, und welche Erleichterungen wurden beschlossen?

Kurzarbeitergeld wird vom Staat gewährt, wenn in Betrieben die übliche Arbeitszeit wegen wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses – wie etwa der Corona-Krise – vorübergehend verkürzt wird.

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Netto-Entgeltausfall. Wenn Kurzarbeit und Gehalt eines Arbeitnehmers wegen großer Umsatzeinbrüche auf null gesetzt werden, erstattet die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent dieses Entgeltausfalls als Kurzarbeitergeld. Wenn Arbeitszeit und Entgelt lediglich reduziert werden, erstattet die BA vom gekürzten Teil des Gehalts Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 Prozent. Ausnahme: Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, erhöht sich das Kurzarbeitergeld auf 67 Prozent des ausgefallenen Netto-Entgelts.

Mit dem am 29. Mai 2020 in Kraft getretenen "Sozialschutz-Paket II" wurden weitere Änderungen eingeführt, die mit dem zum 1. Januar 2021 in Kraft getretenen "Beschäftigungssicherungsgesetz" bis zum 31. Dezember 2021 verlängert wurden. Sie gelten für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist:

Ab dem 4. Bezugsmonat wird das Kurzarbeitergeld auf 70 Prozent (beziehungsweise 77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat auf 80 Prozent (beziehungsweise 87 Prozent) erhöht. Voraussetzung für den Erhalt des erhöhten Kurzarbeitergeldes ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im jeweiligen Bezugsmonat. Eine Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes finden Sie auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

Im März 2020 wurden zudem folgende Erleichterungen beschlossen:

  • Der Anteil der Beschäftigten, die im Betrieb vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, ist auf zehn Prozent abgesenkt worden. Zuvor musste mindestens ein Drittel der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall betroffen sein.
  • Um Kurzarbeitergeld zu bekommen, müssen die Beschäftigten keine Minusstunden mehr ansammeln.
  • Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen können ebenfalls Kurzarbeitergeld erhalten.

Diese Erleichterungen gelten bis zum 31. Dezember 2021, unter der Voraussetzung, dass die Betriebe bis zum 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.

Die Sozialversicherungsbeiträge, die die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen für ihre kurzarbeitenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer allein tragen müssen, werden auf Antrag von der BA

  • vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 in voller Höhe und
  • vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 50 Prozent

pauschaliert erstattet, wenn der Betrieb bis zum 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt hat.