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Wer profitiert wie von der Neustarthilfe?

Seit dem 16. Februar 2021 können Soloselbstständige alternativ zur Überbrückungshilfe III die sogenannte Neustarthilfe beantragen. Der Hintergrund: Überbrückungshilfe III wird als Zuschuss zu Fixkosten wie etwa Leasing-Raten oder Personalkosten ausgezahlt. Soloselbstständige profitieren hiervon wegen eines oft nur geringen Fixkostenanteils wenig. Deshalb können sie im Rahmen der Überbrückungshilfen anstelle des Fixkostenzuschusses einmalig eine Betriebskostenpauschale in Höhe von maximal 7.500 Euro für das erste Halbjahr 2021 erhalten.

An wen richtet sich die Neustarthilfe?

Unterstützt werden Soloselbstständige, also Unternehmerinnen und Unternehmer, die weniger als eine/-n Angestellte/-n (Vollzeit-Äquivalent auf Basis von 40 Wochenstunden) beschäftigen, deren wirtschaftliche Tätigkeit im ersten Halbjahr 2021 Corona-bedingt eingeschränkt ist. Sie müssen mindestens seit dem 1. Mai 2020 freiberuflich oder als Gewerbetreibende im Haupterwerb tätig und bei einem deutschen Finanzamt gemeldet sein. Zunächst können nur natürliche Personen einen Antrag auf Neustarthilfe stellen, später soll das Verfahren auch für juristische Personen geöffnet werden.

Liquiditätsvorschuss für das erste Halbjahr 2021

Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe umfasst die Monate Januar bis Juni 2021. In einem Betrag ausgezahlt wird einmalig ein Viertel des Jahresumsatzes 2019, aber maximal 7.500 Euro. Sind die Antragsvoraussetzungen erfüllt, wird diese Summe als Vorschuss ausgezahlt, bevor die tatsächlichen Umsätze im Förderzeitraum feststehen. Erst ab Juli 2021 wird auf Basis des im ersten Halbjahr 2021 endgültig realisierten Umsatzes berechnet, in welcher Höhe ein Anspruch besteht. Die Endabrechnung ist bis zum 31. Dezember 2021 zu erstellen.

Stellt sich dabei heraus, dass die im Zeitraum Januar bis Juni 2021 erzielten Umsätze um mehr als 60 Prozent gegenüber dem Referenzumsatz (50 Prozent des Jahresumsatzes 2019) gesunken sind, darf der oder die Soloselbstständige die als Vorschuss gewährte Neustarthilfe in voller Höhe behalten. Fallen die Umsatzeinbußen geringer aus, ist die Neustarthilfe (anteilig) bis zum 30. Juni 2022 zurückzuzahlen.

Zusätzlich zu Überbrückungshilfe II, November- und Dezemberhilfe möglich

Weil sich ihr Förderzeitraum nicht mit der Überbrückungshilfe II (Leistungszeitraum September bis Dezember 2020) und mit den außerordentlichen Wirtschaftshilfen (November beziehungsweise Dezember 2020) überschneidet, kann die Neustarthilfe zusätzlich zu diesen Hilfen beantragt werden. Sie kann aber nicht gleichzeitig zur Überbrückungshilfe III in Anspruch genommen werden, hier müssen sich Antragstellende entscheiden.

Antragstellung nur direkt mit "Elster"-Zertifikat

Ihren Antrag auf Neustarthilfe können Soloselbstständige nur direkt (ohne die Einschaltung "prüfender Dritter") mithilfe ihres "Elster"-Zertifikats unter der Adresse direktantrag.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de stellen. Die Auszahlung erfolgt laut Bundeswirtschaftsministerium in der Regel wenige Tage nach Antragstellung. Weil der Direktantrag nur einmal gestellt und auch nachträglich nicht mehr geändert werden kann, rät das Ministerium, sorgfältig und in Ruhe vorzugehen.

Mehr Einzelheiten zur Neustarthilfe gibt es auch unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de