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Wird das Coronavirus zum Konjunkturhemmer?

Deutsche Wirtschaft spürt erste Auswirkungen
Behandschuhte Hand hält eine mit "Coronavirus" beschriftete Pipette über weiteren Pipetten

Kleiner Erreger, große Gefahr: Neben den gesundheitlichen Folgen einer neuen Pandemie drohen auch wirtschaftliche Konsequenzen

© jarun011 / iStock / Getty Images Plus

Das Coronavirus ist in Europa angekommen: Zunächst stiegen vor allem die Fallzahlen in Italien, doch nun mehren sich die Infektionen in vielen europäischen Staaten – auch in Deutschland. Unternehmen hierzulande beobachten die Lage wachsam. Denn Deutschlands exportoriente Wirtschaft könnte von der Ausbreitung des Virus erheblich betroffen werden.

Bei den Unternehmen wächst der Bedarf nach Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus. Gleichzeitig steigen in Deutschland die Fallzahlen – mittlerweile rangieren sie im dreistelligen Bereich. Der Schwerpunkt liegt noch im Südwesten des Landes, doch erste Fälle werden auch im Norden Deutschlands verzeichnet.

Covid-19 steckt die deutsche Wirtschaft an

Am 28. Februar wurde auf Empfehlung des Krisenstabs der Bundesregierung die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin abgesagt. Aussteller prüfen Entschädigungsansprüche. Weitere Großveranstaltungen wurden gestrichen oder stehen auf dem Prüfstand.

Die Börsen reagieren mit Kurseinbrüchen; Fluggesellschaften minimieren ihre Flugpläne. "Die Ausbreitung des Coronavirus wird der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr erheblich zusetzen", bewertet der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier die Lage. 

Produktionsausfälle bei chinesischen und deutschen Firmen in China, massive Reiseeinschränkungen und Handelseinbrüche zwischen China und asiatischen Nachbarländern sowie Nachfrageausfälle in Tourismus und Einzelhandel seien wahrscheinliche Szenarien, die auf die Wirtschaft auch in Deutschland und Europa zukommen könnten, so Treier weiter.

Belastung des weltweiten Handels

"In einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland droht die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu einem wahren Konjunkturhemmer zu werden", warnt er. "Schon jetzt spürt die international stark vernetzte deutsche Exportwirtschaft, dass das Coronavirus den weltweiten Handel belastet und zahlreiche Unternehmen ihre Investitionsvorhaben an vielen Standorten zurückhalten."

Verbreitung des Virus verhindern

Treier verweist auf die Erfahrungen der über 5.000 deutschen Unternehmen in China, die im Rahmen der Vorsorgemaßnahmen ihre Mitarbeiter ins Home-Office schickten, während Messen sowie Geschäftsreisen abgesagt wurden.

Seine Schlussfolgerung aus den Ereignissen in China: "Für die Unternehmen hierzulande ist Gebot der Stunde, dass die Politik jetzt die richtigen Maßnahmen ergreift, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern."

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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung