Erfahrungen nutzen, klimaangepasst bauen

Wie lassen sich Schäden in Zukunft vermeiden? Überschwemmungsschutz und Standortentwicklung müssen aus Sicht der IHK-Organisation gleichermaßen berücksichtigt werden. Was das konkret bedeutet, lesen Sie hier.

Der bevorstehende Wiederaufbau sollte die Erfahrungen aus den Flutkatastrophen der letzten Jahre berücksichtigen und vergleichbare Schäden in Zukunft vermeiden. Dabei gilt es, Überschwemmungsschutz und Standortentwicklung gleichermaßen zu berücksichtigen.

Das bedeutet konkret, dass Stadt- und Regionalplanung ebenso wie Vertreter des Umwelt- und Gewässerschutzes, insbesondere auch Fachleute aus dem Bereich Hochwasserschutz, eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau spielen. Um die Bedarfe der einzelnen Unternehmen zu kennen und berücksichtigen zu können, sollten sie mit eingebunden werden.

Klimaangepasste Bauweisen nutzen

Unternehmen wiederum können – soweit dies möglich ist – durch eine dem Standort angepasste Bauweise neuen Flutschäden vorbeugen. Eine gezielte Beratung der Betroffenen zum klimaangepassten Bauen ist dafür eine gute Basis.

Nach Einschätzung vieler IHKs wird es aufgrund der Flächenknappheit in ihren Regionen schwer, adäquate Ausweichflächen für Neubauten auszuweisen. Umso sinnvoller ist es, die deutlich weiterentwickelten baurechtlichen Vorgaben zum hochwasserangepassten Bauen beim Wiederaufbau an den bisherigen Standorten zu berücksichtigen. Das technische Know-how zur Planung und zum Bau von Betriebsstätten hat sich in den vergangenen Jahren optimiert und bietet größeren Schutz vor Hochwasserschäden.

Ersatzstandorte unbürokratisch zuweisen

Sollten nach reiflicher Abwägung Gewerbe- und Industriebauten aus Gründen des Hochwasserschutzes am bisherigen Standort keinesfalls wieder aufgebaut werden können, benötigen vor allem die vom Hochwasser betroffenen Unternehmen zügig und bürokratiearm Ersatzstandorte. Die Kommunen können Unternehmen unterstützen, indem sie diese schnell ausweisen und eine zügige Baugenehmigung erteilen. Hierbei sollte auch interkommunal gearbeitet werden, um betroffenen Unternehmen gegebenenfalls auch Ersatzstandorte in benachbarten Kommunen anbieten zu können.

Zudem bietet sich die Möglichkeit des "Flächentauschs" an: So könnten Gewerbeflächen in Überschwemmungsgebieten nach einer Renaturierung zu hochwertigen naturnahen Flächen umgewandelt werden und als Kompensationsflächen dienen, geeignete andere Flächen könnten entsprechend für Unternehmensumsiedlungen genutzt werden.