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Infos zur Beschäftigung von Geflüchteten aus der Ukraine

Hilfreiche Checkliste und weiterführende Links
Geflüchtete aus der Ukraine mit Koffer und Fahne

Vorerst in Sicherheit. Aber wie kann es weitergehen?

© Halfpoint Images / Moment / Getty Images

Von "Wohnsitz und Unterkunft" bis hin zu "Psychologische Unterstützung": Wie der Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete mit vorübergehendem Schutz gelingt, hat das Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge jetzt in einer Checkliste zusammengestellt. Informationen dazu und zu weiteren Angeboten finden Sie hier.

Die vierseitige Checkliste mit dem wichtigsten Know-how zur Integration ukrainischer Geflüchteter finden Sie zum kostenlosen Download auf der Website des  Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge. In diesem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten und beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag angesiedelten Zusammenschluss sind knapp 3.000 Unternehmen aktiv.

Unter anderem kommen für Schutzsuchende aus der Ukraine folgende Angebote zur Arbeitsmarktintegration infrage:

Sprach- und Integrationskurse

Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer genießen "vorübergehenden Schutz" (Aufenthaltstitel nach §24 AufenthG) und haben damit grundsätzlich Zugang zu den Integrations- und Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Menschen aus der Ukraine, die bereits eine Anstellung gefunden haben, können – wenn sie schon über Deutschkenntnisse auf B1-Niveau verfügen – auch Berufssprachkurse in Anspruch nehmen. Anträge dafür sind bereits mit der "Fiktionsbescheinigung" möglich, die einen vorläufigen Aufenthaltstitel nach Beantragung des vorübergehenden Schutzes belegt. Mehr über diese Kurse erfahren Sie auf der Website des BAMF.

Sollte Zeit bis zum Beginn eines passenden Kurses zu überbrücken sein, gibt es empfehlenswerte Online-Angebote, etwa das Lernportal der Volkshochschulen.

Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit

Für Unternehmen, die Menschen aus der Ukraine beschäftigen möchten, kommt zum einen der Eingliederungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit (BA) infrage. Wichtig zu wissen: Dieser Zuschuss kann nur beantragt werden, bevor der Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde. Einzelheiten zu diesem Instrument finden Sie auf der Website der BA.

Zum anderen können auch "Maßnahmen bei einem Arbeitgeber" eine Rolle spielen. Interessierte sollten sich hierzu beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit beraten lassen.

Eine Übersicht aller Förderinstrumente hat die BA in dem PDF-Dokument "Förderinstrumente der BA für geflüchtete Menschen aus der Ukraine" zusammengestellt, das zum Download auf der Plattform www.asyl.net zu finden ist.

Kranken- und Sozialversicherung

Geflüchtete aus der Ukraine erhalten derzeit eine medizinische Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ab dem 1. Juni 2022 können "Personen mit vorübergehendem Schutz" Leistungen über das Jobcenter erhalten. Dann besteht auch Zugang zu den regulären Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ukrainerinnen und Ukrainer, die in Deutschland eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, wählen selbst eine Krankenversicherung aus. Alternativ können Arbeitgeber sie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung anmelden.

Unternehmen, die Geflüchtete beschäftigen, müssen darüber hinaus die üblichen Beiträge zu Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abführen. Zudem tragen sie die Umlagen zur Entgeltfortzahlungsversicherung, die Insolvenzgeldumlage und die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Kinderbetreuung, Schutzstatus und Traumabewältigung

Wie das Bundesinnenministerium Ende März in einer Umfrage unter rund 2.000 Geflüchteten ermittelt hat, sind 84 Prozent der Schutzsuchenden aus der Ukraine Frauen; 58 Prozent von ihnen kamen gemeinsam mit ihren Kindern nach Deutschland. Das bedeutet, dass Schulzugang und Kinderbetreuung wichtige Grundvoraussetzungen für die Arbeitsmarktintegration der Eltern sind.

Die Tatsache, dass der vorübergehende Schutzstatus aktuell nur für zwei Jahre erteilt wird, sollte in der Regel kein Hindernis für eine längerfristige Beschäftigung sein. Denn ukrainische Geflüchtete können bei Bedarf den Aufenthaltstitel wechseln und etwa eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung oder der Ausbildung beantragen.

Und: Flucht- und Kriegs-Traumata und ihre Folgen können sich am Arbeitsplatz niederschlagen. Möglicherweise benötigen auch Vorgesetzte sowie Kolleginnen und Kollegen Hilfe beim Umgang mit diesen Themen. Eine gute Anlaufstelle bieten "Psychosoziale Zentren für Flüchtlinge". Eine Zusammenstellung dieser Zentren finden Sie auf der Website der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer.

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Anne Courbois, Referatsleiterin Integration, Vielfalt, Familie in der Arbeitswelt
Anne Courbois Referatsleiterin Integration, Vielfalt, Familie in der Arbeitswelt

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Porträtfoto Katharina Reiche
Katharina Reiche Projektreferentin Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge