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"Ausbildung mit gemeinsamen Anstrengungen ermöglichen"

Achim Dercks zum aktuellen Berufsbildungsbericht
Azubi an Drehmaschine

© industryview / Getty Images Plus

Anlässlich des jetzt von der Bundesregierung vorgestellten nationalen Berufsbildungsberichts verweist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf die für Azubis zuletzt sehr günstige Lehrstellensituation, aber auch auf die Herausforderungen, die die Corona-Krise mit sich bringt.

"Der Blick in den aktuellen Berufsbildungsbericht und auf das Ausbildungsjahr 2019 zeigt, dass wir in Deutschland eine starke duale Ausbildung haben", sagt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Im letzten Jahr gab es rund doppelt so viele noch unbesetzte Ausbildungsstellen wie unvermittelte Bewerber."

Verlässliche Perspektiven nötig

In Zeiten der Corona-Krise komme es jetzt darauf an, Ausbildung im laufenden und kommenden Ausbildungsjahr mit gemeinsamen Anstrengungen zu ermöglichen. Schulabgänger und Azubis suchten nach verlässlichen Perspektiven und die Ausbildungsbetriebe nach Lösungen für ihre Herausforderungen, so Dercks. 

Im Moment sei wichtig, dass Betriebe Kurzarbeitergeld auch für Azubis ohne Einschränkungen beantragen könnten oder dass sichere Hygienekonzepte entwickelt würden, um das Nachholen von Ausbildungsprüfungen zu ermöglichen.

Schüler auch während der Kontaktsperren informieren

Dercks: "Mit Blick auf das kommende Ausbildungsjahr müssen wir junge Menschen und Betriebe möglichst schnell wieder zusammenbringen". Die Arbeitsagenturen sollten daher noch während der Kontaktsperren Schüler auf digitale Informationsangebote aufmerksam machen und telefonische oder digitale Beratungen durchführen. Auch führten die Industrie- und Handelskammern ihre Speed-Datings über Skype oder andere digitale Formate durch.

"Zusätzlich könnte der Bund bei weiter angespannter wirtschaftlicher Lage denjenigen Betrieben einen finanziellen Bonus gewähren, die für das kommende Jahr zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten", so Dercks weiter. 

Falls die Situation im Herbst am Ausbildungsmarkt schwierig sei, sollten insbesondere leistungsschwächere Bewerber zunächst die Chancen einer Einstiegsqualifizierung ergreifen – das habe sich in früheren schwierigen Jahren bereits bewährt. So bald wie möglich sollten dann aber der Übergang in Ausbildung und eine zeitliche Anrechnung auf das erste Ausbildungsjahr das Ziel sein.

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Porträtbild Dr. Achim Dercks, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
Dr. Achim Dercks stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin