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"Für viele Betriebe fehlt weiterhin eine klare Perspektive"

Eric Schweitzer zu den geplanten Corona-Lockerungen
Vor einem Geschäft in der City bildet sich eine Menschenschlange

Menschenschlangen werden fürs erste weiterhin zum Stadtbild gehören – für den richtigen Abstand könnten digitale Lösungen sorgen

© DIHK / Jens Schicke

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder haben am 15. April erste Schritte hin zur Lockerung der Corona-Einschränkungen beschlossen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht darin aber noch keinen wirklichen gemeinsamen Fahrplan Richtung Normalität.

 "Für große Teile der Wirtschaft ist die Corona-Krise eine existenzielle Frage", gibt DIHK-Präsident Eric Schweitzer dazu zu bedenken. "Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sorgen sich nicht nur um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden, sondern auch um das wirtschaftliche Überleben."

Ehrliches Ringen um die richtigen Schritte ist spürbar

Trotz erster kleiner Signale von Öffnungen im Bereich des Einzelhandels fehle für viele Betriebe weiterhin eine klare Perspektive für ihr Geschäft, bedauert Schweitzer. "Weitere wirtschaftliche Einbußen für die gesamte Gesellschaft zeichnen sich ab." Ein wirklicher gemeinsamer Fahrplan Richtung Normalität sei der Bund-Länder-Beschluss noch nicht, "dafür sind noch zu wenig Konturen deutlich". Zugleich sei aber "das ehrliche Ringen um die richtigen Schritte" spürbar.

In das Verantwortungsbewusstsein der Akteure vertrauen

"Wir müssen und wir können jetzt gemeinsam den größtmöglichen Gesundheitsschutz mit Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft verbinden", mahnt der DIHK-Präsident. "Aus den Rückmeldungen unserer Mitglieder weiß ich: Viele Unternehmen warten nur darauf, hier auch ihre eigenen Ideen einzubringen, die von Branche zu Branche unterschiedlich sein können. Deshalb brauchen wir klare gesundheitsrelevante Vorgaben und praktikable Leitlinien, aber bitte auch mehr Zutrauen in das Verantwortungsbewusstsein unserer wirtschaftlichen Akteure."

Schweitzers Appell: "Wir sollten deshalb auch Geschäften unabhängig von der Verkaufsfläche und Branchen jenseits des Handels zeitnah die Chance geben, zu beweisen, dass sie Abstandsregeln und Hygienevorschriften erfüllen können. Das wäre ein fairer Wiedereinstieg in das Wirtschaftsgeschehen und würde zugleich dem Gesundheitsschutz hohe Bedeutung beimessen."

"Corona-App" und weitere Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen

"Wir sehen auch die große Chance, die Möglichkeiten der Digitalisierung in dieser Phase stärker zu nutzen, als das in Deutschland bislang der Fall war", berichtet der DIHK-Präsident. "So sind die Pläne für sogenannte Corona-Apps vielversprechend. Damit können wir die Gesundheitssicherung verbessern und zugleich den Unternehmen sowie ihren Kunden wirtschaftliches Handeln ermöglichen." 

Aber auch über die "Corona-App" hinaus können innovative digitale Lösungen laut Schweitzer einen Beitrag leisten, etwa Plattformen, die den Online-Einkauf bei lokalen Geschäften ermöglichen. "Digitale Lösungen können auch dabei helfen, im Alltag Abstand zu halten, ohne zuhause bleiben zu müssen", schlägt Schweitzer vor. "So könnten Schlangen vor Geschäften mit Einlassbeschränkungen durch intelligente Ticketsysteme verringert und damit der Schutz von Kunden und Mitarbeitern verbessert werden." 

Wie die Bund-Länder-Beschlüsse vom 15. April im Detail aussehen, erfahren Sie auf der Website der Bundesregierung.

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Frank Thewes Bereichsleiter Kommunikation
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