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"Wir brauchen einen gemeinsamen Fahrplan in Richtung Normalität"

DIHK regt konkreten Dialog zwischen Politik und Wirtschaft zum Re-Start an
Geschlossenes Geschäft mit Hinweisschild "ZU"

Geschlossene Geschäfte sind hierzulande inzwischen ein unerfreulich vertrauter Anblick

© DIHK / Jens Schicke

Von Schließungen und anderen Einschränkungen betroffene Unternehmen fragen sich, wann sie wieder loslegen können – und unter welchen Umständen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) plädiert für einen gemeinsamen Fahrplan von Politik und Wirtschaft, um schrittweise Normalität im Geschäftsleben zu erreichen.

Der DIHK hat einen gemeinsamen Fahrplan von Politik und Wirtschaft in Richtung Normalität im Geschäftsleben angeregt. "Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind gewaltig, aber in ihrem Umfang noch nicht absehbar. Fest steht, dass viele Unternehmen um ihr Überleben kämpfen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Vorfeld der nach Ostern anstehenden Entscheidungen von Bund und Ländern über Dauer und Exit beim Shutdown. "Ein Signal, wie der Einstieg in eine schrittweise Normalisierung ausfallen könnte, wird für die Planungen und die Existenz der Unternehmen jetzt immer wichtiger."

Ein solcher Horizont ist für die Betroffenen auch mit Blick auf die Unternehmensfinanzierung und Liquidität von enormer Bedeutung. "Denn die Firmen müssen auch Geldgebern eine Perspektive bieten können", so Schweitzer. "Hinzu kommt, dass die Zahl der negativ betroffenen Betriebe von Tag zu Tag größer wird. Jede neue Woche Unklarheit über die Dauer und das Ausmaß der Einschränkungen löst weitere Kettenreaktionen gerade bei Zulieferern und unternehmensnahen Dienstleistern aus."

Vor dem Hintergrund noch unsicherer Daten und Erkenntnisse über den Verlauf der Pandemie betonte Schweitzer ausdrücklich: "Die Unternehmen wissen, dass die Politik erneut vor schwierigen Entscheidungen steht. Wir wollen unsererseits die Perspektive aus der unternehmerischen Praxis in den Abwägungsprozess mit einbringen. Das ist klar verbunden mit einem Angebot: Wir müssen jetzt gemeinsam den größtmöglichen Gesundheitsschutz mit Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft verbinden."

Die IHK-Organisation wolle mit ihren Mitgliedsunternehmen "im Rahmen der eigenen Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten aktiv dazu beitragen", dass diese ersten Schritte gelingen könnten. "Dafür brauchen wir den Dialog darüber, welche Schutzvorkehrungen erforderlich sind und wie wir auf dieser Basis eine schrittweise Wiederaufnahme der Geschäftsbetriebe ermöglichen können", so Schweitzer.

"Dazu gehört auch, dass von Branche zu Branche unterschiedliche Vorgehensweisen sinnvoll und erforderlich sind." Viele Unternehmer seien selbst sehr engagiert dabei, mit ihren Ideen zu einem verbesserten Gesundheitsschutz beizutragen. "Das ist nicht zuletzt im Interesse auch von Mitarbeitern und Kunden", sagte Schweitzer. "Auch die Chancen der Digitalisierung sollte unser Land in dieser Phase verstärkt nutzen" – etwa mit dem zielgerichteten Einsatz von Apps nicht nur in der Pandemiebekämpfung, sondern auch bei der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten. "Die Betriebe brauchen eine rechtzeitige Information, um sich mit geeigneten Maßnahmen vorbereiten zu können. Dabei sind wir als Wirtschaft auch auf eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung angewiesen, damit wir den Re-Start ohne Bearbeitungsverzögerungen und Staus angehen können."

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