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Achtung der Menschenrechte wichtiges Anliegen für deutsche Unternehmen

DIHK kommentiert erste Monitoring-Ergebnisse zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft
Pakete werden in ein Frachtflugzeug geladen

Die Einhaltung der Menschenrechte bei allen Zulieferern zu garantieren, fällt auch engagierten Betrieben schwer

© Mariakray / iStock / Getty Images Plus

Auf den geringen Einfluss gerade kleiner und mittlerer Unternehmen auf die Einhaltung der Menschenrechte in internationalen Lieferketten macht Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), aufmerksam.

Zu den nun vorgelegten ersten Ergebnissen des Monitorings zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte erklärt Dercks:

"Die Achtung der Menschenrechte ist für die deutschen Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Das gilt ohne Einschränkung für den eigenen Betrieb. Etwas ganz anderes ist es aber, auch für viele Lieferanten in der Lieferkette in die Haftung genommen zu werden – das führt zu großen Schwierigkeiten besonders, aber nicht nur für mittelständische Familienunternehmen mit wenigen hundert Mitarbeitern. Diese haben doch weit weniger Einfluss auf die Einhaltung der Menschenrechte in anderen Ländern, als es selbst die Bundesregierung mit ihren politischen und diplomatischen Möglichkeiten hat.

Jetzt sollte zumindest erst einmal der Koalitionsvertrag eingehalten und die Ergebnisse des gesamten Monitorings im kommenden Jahr abgewartet werden. Selbst viele Unternehmen, die bei diesem Thema sehr engagiert sind, können die hohe Messlatte der Regierungsvorstellungen nicht erfüllen – und so kurzfristig schon gar nicht. Auf der Basis der Ergebnisse sollten Politik und Wirtschaft dann über sinnvolle Schritte sprechen.

Ein isoliertes deutsches Gesetz – noch nicht einmal eingebettet in ein gemeinsames europäisches Vorgehen – ohne gleichzeitige Selbstverpflichtung der Bundesregierung zur Information der Betriebe über die Lage in den verschiedenen Ländern der Lieferketten, belastet nur die Unternehmen mit Bürokratie. Es hilft aber tendenziell nicht den Menschen, die bei Zulieferern vor Ort arbeiten – denn im Zweifel erhöht es für deutsche Unternehmen den Druck, zur Vermeidung von Haftungsrisiken nicht mit Unternehmen in Ländern mit unsicherer Menschenrechtslage zusammenzuarbeiten."

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Cornelia Upmeier im Haus der Deutschen Wirtschaft
Cornelia Upmeier Referatsleiterin CSR | Sonderprojekte

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Petra Blum Pressesprecherin