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Afrika: Mehr als nur der ewige Chancenkontinent

Sonderauswertung des neuen "AHK World Business Outlook"
Container im Hafen werden verladen

Quo vadis, Export? Im AHK-Wold Business Outlook geben die Unternehmen eine Einschätzung zur Entwicklung der Auslandsmärkte ab

© mf-guddyx Creative / iStock / Getty Images Plus

Bei allen Herausforderungen: Afrika ist für die deutsche Wirtschaft ein attraktiver Geschäftspartner. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Einschätzungen der vor Ort engagierten Unternehmen analysiert und benennt die Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen.

"Afrika ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft mehr als nur der ewige Chancenkontinent", resümiert DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse einer Sonderauswertung des neuen "AHK World Business Outlook", dessen Gesamtfassung im Laufe dieser Woche vorgestellt wird.

Der Umfrage zufolge rechnen 58 Prozent der bereits auf dem afrikanischen Kontinent aktiven Unternehmen für das kommende Jahr mit besseren Geschäften, nur 7 Prozent mit einer Verschlechterung. Der Saldo ist mit 51 Punkten im weltweiten Vergleich der Geschäftserwartungen deutscher Betriebe überdurchschnittlich.

"Um mehr Unternehmen für ein Engagement in Afrika zu gewinnen, müssen aber die Herausforderungen in den Blick genommen werden", mahnt Wansleben. Jeder zweite der befragten Betriebe sehe die lokale Wirtschaftspolitik als Risiko für die eigenen Geschäfte.

Vielfach verhinderten hohe Bürokratiehürden, Korruption oder Sicherheitsfragen, dass deutsche Unternehmen den ersten Schritt nach Afrika überhaupt wagten. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe hätten es schwer, die Risiken zu managen und die Finanzierung ihrer Geschäfte zu gestalten.

"Ein wirksamer Investitionsschutz, Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine praxisnahe Absicherung von Geschäftsrisiken sind wichtige Voraussetzungen für mehr Engagement deutscher Unternehmen in Afrika", betont der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Unterstützungsinstrumente der Bundesregierung sollten daher erweitert oder neu geschaffen werden."

Auch sei eine verstärkte politische Flankierung von größeren Projekten im Wettbewerb mit Anbietern aus anderen Ländern "oft von entscheidender Bedeutung". Ein weiteres Top-Thema sind Fachkräfteengpässe: "Mehr als ein Drittel der befragen Unternehmen sieht im Mangel an qualifizierten Arbeitskräften eine Herausforderung auf dem Kontinent", berichtet Wansleben. Eine Lösung hierfür sei die duale Ausbildung nach deutschem Vorbild, die von vielen Unternehmen in Afrika bereits durchgeführt werde.

"Armutsreduzierung und die Schaffung von Perspektiven für eine junge und stark wachsende Bevölkerung sind Hauptziele deutscher Politik in Afrika", erinnert der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die Grundlage zur Erreichung dieser Ziele ist nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Deutsche Unternehmen leisten mit afrikanischen Partnern durch Investitionen und den Ausbau von Handelsbeziehungen bereits einen wertvollen Beitrag."

Afrika halte nicht nur Herausforderungen bereit, sondern stehe auch für Kreativität und Gründergeist. Die afrikanische Start-up-Szene sei außerordentlich dynamisch. Wansleben: "In Zeiten des digitalen Wandels können Kooperationen mit deutschen Unternehmen die Erschließung neuer Märkte ermöglichen. Auch das ist Aufgabe unseres Netzwerks der Auslandshandelskammern in Afrika, das wir in den vergangenen Jahren ausgebaut haben."

Die Analyse mit Details gibt es hier zum Download:

Sonderauswertung Afrika des AHK World Business Outlook Herbst 2019 (PDF, 583 KB)

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Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams