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Aktuell brach liegende Branchen brauchen "Überlebensprogramm"

DIHK für "solidarische Antwort auf solidarischen Geschäftsverzicht"
Menschenmenge bei einem Konzert, Hände klatschen in der Luft, Bühne mit vielen Scheinwerfern ausgeleuchtet

Großveranstaltungen wie Konzerte wird es wohl so bald nicht wieder geben – damit ist eine ganze Branche in Existenznot

© Cesare Ferrari / iStock / Getty Images Plus

Ganze Branchen sind durch die Corona-Krise schon seit Monaten lahmgelegt. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Sie brauchen deshalb über die bisherigen Hilfen hinaus ein Überlebensprogramm – so die Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Es ist kein Allheilmittel, immer nur mehr Kredite auszureichen", warnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Dürften Unternehmen auf Dauer keine Geschäfte machen, führe das letztlich in die bilanzielle Überschuldung. "Dort, wo längere Zeit behördliche Verbote gelten werden, müssen wir stärker über eigenkapitalähnliche Förderungen und auch über direkte Zuschüsse aus einem staatlichen Fonds nachdenken", so Schweitzers Fazit.

Veranstalter, Gastronomie und Tourismus besonders betroffen

"Gerade für diejenigen Branchen, die noch über Monate hinaus nicht oder kaum geschäftlich tätig sein könnten – etwa alles rund um den Begriff Großveranstaltungen, je nach weiterem Verlauf der Einschränkungen auch Gastronomie und Tourismus – brauchen wir ein zusätzliches Überlebensprogramm", mahnt der DIHK-Präsident.

Mit marktwirtschaftlichen Lösungen und Krediten allein könne man bei fortdauernden drastischen Einschränkungen solche Wirtschaftsbereiche nicht durch die Krise bringen. "Hier brauchen wir eine solidarische Antwort auf den solidarischen Geschäftsverzicht", so Schweitzer. Als Beispiele nennt er verlorene Zuschüsse mit Besserungsschein, eigenkapitalähnliche Überbrückungsgelder und Zahlungsmoratorien mit längerer Dauer. "Sonst gibt es solche Betriebe womöglich bald nicht mehr – Schausteller, Freizeitparks, Messebauer oder Diskotheken und Clubs, um nur einige zu nennen."

Ausdrücklich betont er für die vielen betroffenen Branchen und Betriebe: "Diese Unternehmen brauchen diese Hilfen nicht deshalb, weil sie schlecht gewirtschaftet haben. Sie brauchen diese Hilfen, weil sie aufgrund einer staatlichen Vorgabe und aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht wirtschaften dürfen."

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