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Ausbildung von Geflüchteten wird immer attraktiver

Netzwerk veröffentlicht Umfrageergebnisse
Ausbilder erklärt einem farbigen Azubi die Benutzung einer Maschine

Ein Gewinn für beide Seiten: Unternehmen in Deutschland bilden zunehmend Menschen mit Fluchthintergrund aus

© Highwaystarz-Photography / iStock / Getty Images Plus

Der Trend zur Ausbildung von Geflüchteten setzt sich fort. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des bundesweiten "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" unter seinen Mitgliedsbetrieben hervor.

Das 2016 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gegründete Netzwerk ist deutschlandweit der größte Zusammenschluss von Unternehmen, die sich für die Beschäftigung von Geflüchteten engagieren.

Von den im Dezember 2019 und Januar 2020 befragten, damals rund 2.200 (heute fast 2.400) Mitgliedsunternehmen beteiligten sich knapp 400 an der Untersuchung. 56 Prozent dieser größtenteils kleinen und mittlere Betriebe bilden aktuell Menschen mit Fluchthintergrund aus. Damit ist die Ausbildung die häufigste Beschäftigungsform und im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal deutlich angestiegen – 2016 hat erst jedes dritte Mitgliedsunternehmen Geflüchtete ausgebildet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bewertet die Entwicklung positiv: "Viele Menschen, die in den vergangenen vier Jahren Asyl bei uns gesucht haben, haben mittlerweile ein Sprachniveau erreicht, das sie zu einer Ausbildung befähigt", stellt er fest. "Umso erfreulicher ist das Engagement der kleinen und mittelständischen Betriebe unseres 'Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge', diesen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben. Es ist schön, wenn am Ende beide Seiten davon profitieren, denn die Unternehmen suchen weiterhin händeringend nach motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Wie die Untersuchung zeigt, finden sich unter den Geflüchteten auch immer mehr Fachkräfte. So haben 30 Prozent der Umfrageteilnehmer Fachkraft- und Führungspositionen mit Geflüchteten besetzt, das sind dreimal so viele wie vor drei Jahren.

Gleichzeitig haben die Herausforderungen, die mit der Beschäftigung von Geflüchteten einhergehen, leicht abgenommen. Das betrifft etwa komplizierte Verfahren, sprachliche Hürden oder die Unsicherheit bei der Personalplanung.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer nennt dafür zwei Gründe: "Auf der einen Seite sind die Unternehmen mittlerweile besser informiert, welche rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorschriften es für Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten gibt." Die im Netzwerk engagierten Unternehmen böten selbst viel Unterstützung an, auch über die betrieblichen Abläufe hinaus, lobt Schweitzer. "Zum anderen ist auch im öffentlichen Diskurs angekommen, dass die Betriebe unbürokratische Regeln und Planungssicherheit brauchen. Mit den neuen Gesetzen im Migrationspaket wurden Schritte in die richtige Richtung gemacht."

So treten dann auch die bürokratischen Hürden in der Wahrnehmung der Betriebe erstmals hinter den sprachlichen und fachlichen Schwierigkeiten in der Berufsschule zurück: 38 Prozent der befragten Unternehmen schätzen die Herausforderung für Geflüchtete, dem Unterricht zu folgen und die Abschlussprüfung zu bestehen, als sehr schwierig bis unüberwindbar ein.

Dem versuchen die Betriebe mit zusätzlichen Angeboten zu begegnen: Jeder zweite Umfrageteilnehmer bietet mittlerweile Sprachkurse und Nachhilfeunterricht an.

Details und weitere Resultate der Erhebung finden Sie hier zum Download:

Umfrageergebnisse (PDF, 360 KB)

Alle Informationen rund um das Netzwerk gibt es unter www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de.

Kontakt

Annika Göbel Referatsleiterin Koordination Integration von Flüchtlingen

Kontakt

Frau im Haus der deutschen Wirtschaft
Petra Blum Pressesprecherin