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Bei europäischen Klimazielen die Latte nicht zu hoch hängen

Betriebe brauchen finanziellen Spielraum für Investitionen
Aluminium-Herstellung

Zu den besonders energieintensiven Branchen zählt unter anderem die Aluminium-Industrie

© Funtay Creative / iStock / Getty Images Plus

Die vom Umweltausschuss des Europäischen Parlaments vorgeschlagene Anhebung des CO2-Minderungsziels auf 60 Prozent, sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisch. Bereits eine Erhöhung des 2030-Klimaziels auf 50 Prozent würde viele deutsche Unternehmen vor eine Mammutaufgabe stellen.

Der DIHK hat sich früh konstruktiv in die Debatte um den Green Deal eingebracht und Vorschläge unterbreitet, wie aus dem Green Deal ein wirtschaftliches Erfolgsmodell werden könnte. Denn die deutsche Wirtschaft sieht sich als treibende Kraft der europäischen und internationalen Klimapolitik. Gute Klimapolitik bietet für den Standort Deutschland große wirtschaftliche Chancen.

Aus den jetzt diskutierten höheren CO2-Zielen ergeben sich aber direkt höhere Kosten und strengere Vorgaben für viele Betriebe, gibt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zu bedenken. "Eine Wachstumsstrategie könnte hieraus nur werden, wenn die begleitenden Rahmenbedingungen ebenfalls angepasst werden – wozu es bislang wenig konkrete Ankündigungen gibt."

Unternehmen brauchten aber den finanziellen Spielraum für die nötigen Investitionen in klimafreundliche Technologien, warnt Dercks. "Und solche Technologien müssen auch anwendungsfähig und finanzierbar zur Verfügung stehen." Zudem sei es wichtig, Verzerrungen des internationalen Wettbewerbs zulasten der Unternehmen hierzulande zu vermeiden. "Denn wenn als Folge isolierter neuer EU-Ziele Betriebe Produktion und Investitionen ins nichteuropäische Ausland verlagern müssen, schadet dies der Wirtschaft und dem Klima.

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Porträtfoto Julian Schorpp
Julian Schorpp Referatsleiter Europäische Energie- und Klimapolitik

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Franziska Stavenhagen Pressesprecherin