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Berufliche Bildung wird nun als gute Alternative sichtbar

DIHK wünscht sich vom neuen Gesetz aber noch Anpassungen
Mann im Betrieb mit Handy und PC

Handlungsbedarf sieht der DIHK unter anderem bei der elektronischen Kommunikation zwischen IHK, Azubi und Betrieb

© Geber86 / E+ / Getty Images

Nun hat auch der Bundesrat der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zeigt sich erfreut über das damit verbundene grüne Licht für "Bachelor Professional" und "Master Professional", sieht jedoch auch Luft nach oben.

"Das neue Berufsbildungsgesetz setzt wichtige Impulse, um die Berufliche Bildung attraktiver zu machen und zu stärken", lobt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. "Die neuen Abschlussbezeichnungen 'Bachelor Professional' und 'Master Professional' machen endlich auch sprachlich deutlich, dass Berufliche und akademische Bildung gleichwertig sind."

Sie unterstrichen zudem die Praxisnähe und besonderen Fähigkeiten von Industriemeistern, Fachwirten oder Bilanzbuchhaltern. "Mit den neuen Begriffen als Klammer für die große Vielfalt der Höheren Berufsbildung können wir noch besser den Blick von Eltern, Lehrern und Schulabgängern auf die Berufliche Bildung lenken und sie als gute Alternative zum Studium bekannter machen." Das helfe letztlich den Unternehmen, ihren Bedarf an beruflich qualifizierten Fachkräften besser zu decken.

"Wichtig ist es auch, einen Teil der Prüfungen künftig von zwei statt drei Prüfern abnehmen zu lassen, um die ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer nicht unnötig zu belasten", so der DIHK-Präsident weiter. Somit könne trotz Fachkräftemangel und Termindruck das erfolgreiche, ehrenamtliche Prüfungsmodell in der Beruflichen Bildung auch künftig fortgesetzt werden. "Dafür haben wir uns als DIHK stark gemacht", betont Schweitzer. "Noch besser wäre es allerdings, wenn diese Regelung für alle praktischen Prüfungen greifen würde."

"Luft nach oben" sieht Schweitzer im neuen Gesetz insbesondere bei der Digitalisierung. "Hier ist das künftige Recht noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen", warnt er. Auch das neue Berufsbildungsgesetz schränke etwa weiterhin die zeitgemäße und effiziente Kommunikation zwischen Industrie- und Handelskammern, Azubis und Betrieben ein. So würden beispielsweise die elektronische Übermittlung von Daten oder ein komplett digitales Berichtsheft verhindert.

Schweitzer: "Ich setze darauf, dass die nötigen Anpassungen bald vorgenommen werden."

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Mann steht vor Gemälde.
Dr. Oliver Heikaus Bereichsleiter Weiterbildung, Geschäftsführer DIHK-Bildungs-GmbH

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Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams