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Betriebe brauchen klare Informationen für die Zeit nach dem Lockdown

Intelligente Maßnahmen für die Rückkehr ins Wirtschaftsleben
Außengastronomie leer

Wann das öffentliche Leben wieder Tritt fasst, ist derzeit völlig offen

© DIHK / Jens Schicke

Noch lässt sich die Lockerung der Kontaktsperre nicht absehen – auch wenn Tausende insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland unter den Einschränkungen im öffentlichen Raum leiden. Doch erste Überlegungen, wie man sie schrittweise und intelligent aufhebt, sollte man bereits jetzt anstellen. Denn klar ist: Eine direkte Rückkehr zum Status vor dem Lockdown ist nicht möglich.

Die Geschäftsstraßen sind wie ausgestorben, an den Schaufenstern und Restauranttüren hängen Schilder mit der Aufschrift "Wegen Corona geschlossen" oder "Wir liefern nach Hause". In den Sozialen Medien formieren sich Unternehmens-Netzwerke, die Überlebenstipps austauschen. Und bei Kammern und Verbänden laufen die Hotlines heiß wegen der Anfragen nach Soforthilfen, Krediten und Steuererleichterungen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, berichteten am Dienstag, dem 31. März 2020, dass in den vergangenen gut zwei Wochen 470.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet hätten.

Gravierende Einschränkungen des Wirtschaftslebens

In den Bundesländern werden die Soforthilfen jetzt ausgezahlt. Doch die Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens kamen für die Betriebe viel schneller, als begleitende staatliche Liquiditätshilfen entwickelt werden konnten, betont Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). In dieser für alle Beteiligten neuen und herausfordernden Situation dürfe niemand den anderen überfordern, so Schweitzer weiter.

Deshalb könne die Wirtschaft derzeit auch nicht von Politik und Wissenschaft verlangen, jetzt schon mit festem Datum eine Lockerung der Kontaktsperren und damit zum Beispiel eine Wiederöffnung von Betrieben aufzuzeigen. "Ich habe dafür Verständnis, dass die Politik da jetzt nur auf Sicht fahren kann", erklärt der DIHK-Präsident: "Ein Punkt aber würde der Wirtschaft sehr helfen: Politiker und Mediziner sollten nun möglichst bald klare Hinweise geben, wie – zu welchen konkreten Termin auch immer – der schrittweise Einstieg auch in das Wirtschaftsleben wieder beginnen kann."

Geschäftsmodell dem Gesundheitsschutz anpassen

Parallel müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Unternehmen zu unterstützen, sodass sie nach der Lockerung der Kontaktsperren wieder in den Tritt kämen. Doch dazu gehöre auch, sie ausreichend zu informieren, was von ihnen bei Wiedereröffnung verlangt werde, mahnt Schweitzer: "Welche Kriterien, welche räumlichen Voraussetzungen, welche gesundheitssichernden Maßnahmen können Betriebe vorbereiten, um für die Zeit nach dem Lockdown vorbereitet zu sein? Nur so können wir als Unternehmer unsere Geschäftsmodelle an das Primat des Gesundheitsschutzes anpassen."

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Dr. Eric Schweitzer DIHK-Präsident

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Porträtbild Daphne Grathwohl, Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
Daphne Grathwohl Referatsleiterin Strategische Themenplanung und Qualitätssicherung
mikroskopische Vergrößerung des Coronavirus

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