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Betriebe schnell über Ausbildungsprogramm der Bundesregierung informieren!

Kommende Wochen entscheiden über die Entwicklung des Marktes
Junger Mann mit Schutzbrille arbeitet an einer Drehmaschine

Ausbildungsplätze zu sichern, muss jetzt hohe Priorität haben

© industryview / Getty Images Plus

Das Ausbildungsprogramm der Bundesregierung, das nun im Kabinett beraten wird, kann nach Auffassung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) dazu beitragen, dass Unternehmen trotz Covid-19 weiter ausbilden. Doch es gibt einige Aspekte zu beachten.

"Wir stehen vor den entscheidenden Wochen für die Entwicklung des Ausbildungsmarktes in diesem Krisenjahr", sagt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Viele Ausbildungsbetriebe befinden sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und leiden unter Liquiditätsengpässen."

Daher sei es gut, dass die Bundesregierung nun ein Paket zur Unterstützung auf den Weg bringe, das in der Allianz für Aus- und Weiterbildung und im Koalitionsausschuss verabredet wurde.

In den Sommermonaten Jugendliche und Betriebe zusammenbringen

"Die angekündigte Ausbildungsprämie kann eine gute Motivation für kleine und mittlere Betriebe sein, auch unter schwierigen Bedingungen ihre Ausbildungsanstrengungen aufrechtzuerhalten", lobt Dercks. "Das Instrument kann aber nur zusammen mit anderen Aktivitäten wirken. In den Sommermonaten kommt es entscheidend darauf an, noch suchende Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, zum Beispiel über virtuelle Speed-Datings der Industrie- und Handelskammern oder andere digitale Formate. In der zentralen Lehrstellenbörse der IHKs gibt es ebenfalls noch viele offene Stellen."

Besonders wichtig ist es laut Dercks, Unternehmen die Sorge zu nehmen, im Fall von Kurzarbeit mit den Kosten der Ausbildung alleine dazustehen. "Die vorgesehene Förderung ist daher richtig. Sie kann perspektivisch ein Sicherheitsnetz für Betriebe sein, wenn sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten."

Keine nur vorübergehenden Trägerstrukturen etablieren

Wichtig wäre nach Auffassung des DIHK jedoch, diese Regelung auf Betriebe aller Größenklassen auszuweiten und auch noch für 2021 zu ermöglichen. Denn, so Dercks: "Viele Unternehmen können die Entwicklung bis dahin nicht abschätzen und sorgen sich um Rückschläge im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung. Eine gewisse Absicherung gegen dieses Ausbildungsrisiko würde helfen, Betriebe in dieser unsicheren Phase zur Ausbildung zu ermutigen."

Zudem müsse bei der der Förderung von Verbund- und Auftragsausbildung die Kooperation von Betrieben Vorrang haben. "Finanzielle Unterstützung sollte nicht zur Etablierung neuer Trägerstrukturen führen, die später nicht mehr gebraucht werden", gibt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. "Eine Ausbildung direkt in der betrieblichen Praxis, wenn auch nicht immer im Wunschberuf, ist zielführender als die Qualifizierung in einer Lehrwerkstatt." Betriebliche Einstiegsqualifizierungen seien vor allem für Leistungsschwächere eine gute Brücke in eine betriebliche Ausbildung.

Abwartehaltung vermeiden

Dercks' Appell: "Nun müssen die Betriebe sehr rasch über die Details der Umsetzung informiert werden. Sonst wächst die Gefahr, dass Unternehmen abwarten und zunächst keinen weiteren Ausbildungsvertrag abschließen. Die Industrie- und Handelskammern werden gerne unterstützen."

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Mann im Haus der deutschen Wirtschaft
Markus Kiss Referatsleiter Ausbildungspolitik und -projekte

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin