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Betriebe setzen verstärkt auf Azubis aus dem Ausland

Deutsche Sprachkenntnisse gelten als unabdingbar
Schwarze und weiße Hände über einem Übungsbogen zum Sprachunterricht

Deutschkenntnisse sind besonders wichtig, damit Migranten hierzulande Fuß in der Berufswelt fassen können

© angisreal / iStock / Getty Images Plus

Auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs denken deutsche Unternehmen zunehmend international: Nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben rund 40 Prozent der Ausbildungsbetriebe bereits Azubis aus anderen Ländern ausgebildet – Tendenz steigend.

 Im Zusammenhang mit seiner aktuellen Ausbildungsumfrage, die er am 15. August offiziell vorstellen wird, ermittelte der DIHK, dass fast 11 Prozent der befragten Betriebe schon einmal junge Menschen aus der EU ausgebildet haben. Rund 15 Prozent haben bereits Azubis aus Drittstaaten beschäftigt, weitere 15 Prozent Auszubildende sowohl aus Drittstaaten als auch aus der EU.

Dabei sind für mehr als 90 Prozent der Umfrageteilnehmer deutsche Sprachkenntnisse unabdingbar, um hierzulande eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Schließlich müssten junge Menschen beispielsweise Sicherheitsanweisungen verstehen, das richtige Werkzeug auswählen oder dem Unterricht in der Berufsschule folgen können, erklärt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

"In jedem Fall sollten wir interessierte junge Menschen in aller Welt intensiver über die Chancen der dualen Ausbildung und über die Zuwanderungsmöglichkeiten für Azubis informieren", so sein Appell. "Zudem wünschen sich viele Betriebe weniger Bürokratie bei der Einstellung von Azubis aus Drittstaaten. Denn selbst die besten Regeln zur Fachkräfteeinwanderung laufen ins Leere, wenn Betriebe und Auszubildende an langen Visa-Verfahren und zu komplizierten Regelungen scheitern."

Als Beispiel nennt er die sogenannte Vorrangprüfung, die mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz nur für Beschäftigte, nicht aber für Azubis abgeschafft wurde. "So muss bei Azubis weiterhin jedes Mal geprüft werden, ob für einen Ausbildungsplatz auch einheimische Bewerber in Frage kommen", berichtet Dercks. "Dieses mitunter lang dauernde Verfahren kann Betriebe abschrecken."

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Frau im Haus der Deutschen Wirtschaft
Ulrike Friedrich Referatsleiterin Ausbildungsmarketing und -analysen, Digitalisierung