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Beziehungen zu Russland haben stark gelitten

DIHK: Sanktionen untergraben das große Potenzial
Der Kreml in Moskau, Sitz des russischen Staatspräsidenten, im Winter

Eiszeit im Verhältnis zu Russland?

© mikolajn / iStock / Getty Images Plus

Vor mehr als fünf Jahren traten die ersten EU- und US-Sanktionen gegen Russland in Kraft. Ihre Auswirkungen auf die vor Ort aktiven deutschen Betriebe skizzierte jetzt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Auf der Liste der wichtigsten deutschen Handelspartner belegt Russland einen beachtlichen 13. Platz", sagte Treier der  "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Gleichwohl habe die wirtschaftliche Bedeutung des Landes aus Sicht der hiesigen Unternehmen in den letzten Jahren stark gelitten.

"Eine rückläufige Entwicklung – beispielsweise bei den deutschen Exporten – ist schon länger zu beobachten", berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef: So seien die deutschen Ausfuhren nach Russland im Zeitraum 2013 bis 2016 um 40 Prozent gesunken, während die deutschen Exporte weltweit gleichzeitig um rund 10 Prozent zugenommen hätten.

"Die beiden Folgejahre brachten zwar eine Erholung im deutsch-russischen Handel", so der DIHK-Außenwirtschaftschef weiter. Beim Export habe das aber mit circa 26 Milliarden Euro im Jahr 2018 bei Weitem nicht ausgereicht, um wieder an das ursprüngliche Niveau von mehr als 35 Milliarden Euro heranzukommen.

"In den vergangenen sechs Jahren ist zudem die Anzahl der auf dem russischen Markt aktiven deutschen Unternehmen um ein Viertel zurückgegangen – auf derzeit noch knapp 4.470 Firmen." Einen großen Anteil an dieser Entwicklung habe das gegenseitige Sanktionsregime zwischen der EU und Russland.

Hinsichtlich der Aussichten nannte Treier die im Jahr 2017 eingeführten US-Sanktionen mit exterritorialer Wirkung einen "wichtigen Hemmschuh". Deutsche Betriebe, die mit Russland Geschäfte machten, seien verunsichert, unter US-amerikanische Strafmaßnahmen zu fallen.

"Die unternehmerischen Sorgen legen viele Neuinvestitionen auf Eis", bedauerte Treier. "Das große Chancenpotenzial in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen wird untergraben." Er mahnte deshalb, die EU und die Bundesregierung sollten "sich verstärkt gegen exterritorial wirkende Sanktionen auf internationaler Ebene einsetzen".

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Maxi Hülsen Referatsleiterin Ost- und Südosteuropa | Zentralasien