Pfadnavigation

Corona: Betroffene Unternehmen werden sich nicht so schnell erholen

DIHK stellt erste Vorab-Ergebnisse einer neuen Umfrage vor
Leere Stühle in einer Außengastronomie

Wenn die entsprechenden Beschlüsse fallen, könnten viele Gastronomen den Betrieb relativ rasch wieder aufnehmen

© DIHK / Jens Schicke

Viele Betriebe stehen angesichts der weiteren geplanten Lockerungen in den Startlöchern, um schnell ihren Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen. Doch dafür brauchen sie Entlastungen, um die Corona-bedingten zusätzlichen Belastungen zu bewältigen. Wie die Betriebe in Deutschland ihre aktuelle Lage einschätzen, zeigt die Vorab-Auswertung einer noch laufenden Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Demnach stehen bei mehr als jedem dritten Betrieb in Deutschland die Geschäfte ganz oder in großen Teilen still. "Das kann und muss im Mai besser werden", formuliert DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Vorfeld der an diesem Mittwoch anstehenden Entscheidung von Bund und Ländern die Hoffnung der Unternehmen.

Dramatische Situation in Reisewirtschaft und Gastgewerbe

Nach den aktuellen Umfragedaten läuft in der Reisewirtschaft derzeit sogar bei drei von vier Betrieben so gut wie nichts. Bei den Unternehmen des Gastgewerbes – Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Bars und Biergärten – ist die Lage ebenfalls dramatisch: Dort sind sechs von sieben Betrieben ganz oder in Teilen geschlossen. 

"Ermutigend ist immerhin, dass sich gerade die Unternehmen dieser beiden von der Krise besonders gebeutelten Branchen in der Lage sehen, bei Lockerungen sehr schnell wieder zu öffnen", so Schweitzer.

Viele Betriebe können rasch wieder hochfahren

Der erste Trend der aktuell laufenden DIHK-Befragung zeigt, dass jedes zweite Unternehmen der Reisebranche und sogar vier von fünf Betrieben des Gastgewerbes nach eigenem Bekunden zu einem schnellen Hochfahren in der Lage sind. Das betrifft einen Zeitraum von "sofort" bis "Vorlauf von ein bis zwei Wochen". 

Kosten und Aufwand steigen bei niedrigerem Umsatz

Der DIHK-Präsident dämpft aber allzu große Erwartungen an eine schnelle Erholung der betroffenen Betriebe: "Ein Einstieg in den Re-Start bedeutet ja nicht, dass die Unternehmen nach fast zwei Monaten Shutdown gleich wieder ohne Einschränkung loslegen dürfen. Durch den erhöhten Gesundheitsschutz haben sie erst einmal deutlich mehr Aufwand, höhere Kosten und zugleich für einen langen Zeitraum weniger Umsatz." 

Deshalb sollten alle Belastungen der Wirtschaft, die nicht dem erhöhten Gesundheitsschutz dienen, nun dringend überdacht werden. "Die Unternehmen müssen sich jetzt darauf konzentrieren, die Corona-Herausforderungen einerseits  und ihren betrieblichen Wiederaufbau andererseits unter einen Hut zu bekommen. Alles, was sie dabei entlastet, hilft auch der gesamtwirtschaftlichen Erholung", so Schweitzer.

Kontakt

Porträtfoto Eric Schweitzer
Dr. Eric Schweitzer DIHK-Präsident

Kontakt

Porträtfoto Thomas Renner
Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams
Viren in Mikroskopgröße

DIHK-Dossier "Corona-Krise"

Die Corona-Krise stellt die deutsche Wirtschaft auf die Probe: Aufträge brechen weg, Lieferketten werden unterbrochen, Betriebe stehen still. Welche Soforthilfen und Erleichterungen gibt es für die Unternehmen in Deutschland? Wie engagiert sich die IHK-Organisation für die Betriebe? Welche Informationen brauchen Unternehmerinnen und Unternehmer, um die Corona-Krise zu überstehen? In unserem Dossier zum Coronavirus werden Sie umfassend und aktuell informiert.