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Corona-Hilfen: "Wir brauchen zusätzliche Rahmenbedingungen"

DIHK empfiehlt Ausweitung der Verlustverrechnung
Frau nimmt einen 5-Euro-Schein aus einer recht leeren Ladenkasse

Knackpunkt Liquidität: Die Kassen der Betriebe müssen sich nachhaltig füllen

© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus

Der Koalitionsausschuss hat sich darauf geeinigt, die Corona-Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und Verhinderung von Massenarbeitslosigkeit zu verlängern. Nach Auffassung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist es damit jedoch nicht getan.

"Es ist wichtig und richtig, dass die Bundesregierung die Krisenhilfen für die Wirtschaft immer wieder anpasst und fortentwickelt", kommentiert DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Beschlüsse. Insbesondere die Regelungen zu Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld könnten für Unternehmen in schwieriger Ausnahmesituation weiter eine Brücke bauen.

Nur überlebensfähige Unternehmen bieten Jobs

"Wir brauchen aber zusätzliche Rahmenbedingungen, damit Betriebe sich positiv aus der Krise heraus entwickeln und sich an die neuen Herausforderungen anpassen können", betont der DIHK-Präsident. "Denn nur dann sind sie auf Dauer überlebensfähig und können Arbeitsplätze in Deutschland sichern."

Dazu zähle beispielsweise, "nach einer jetzt letztmaligen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht das Insolvenzrecht bis zum Jahresende durch moderne Instrumente für Unternehmenssanierungen zu ergänzen", mahnt er. "Denn schon jetzt geht Vertrauen in der Wirtschaft verloren, und die Sorge greift um sich, dass es wegen verschleppter Insolvenzen zu gefährlichen Kettenreaktionen kommt."

Keine neuen Belastungen

Kontraproduktiv seien in der labilen wirtschaftlichen Situation "auch geplante Belastungen, die mit dem Lieferkettengesetz und dem Unternehmensstrafrecht auf den Weg gebracht werden sollen", warnt Schweitzer. "Das sind negative Signale, die gerade viele kleine und mittlere Unternehmen verunsichern."

Sein Vorschlag: "Eine sehr konkrete Hilfe für viele Unternehmen wäre hingegen eine Ausweitung der Verlustverrechnung. Denn damit bekommen die Betriebe akute Unterstützung und eine Stabilisierung über die Krisenmonate hinaus."

Die Betriebe brauchen jetzt Geld

Wer im laufenden Jahr Verluste schreibe, solle diese noch stärker nicht nur mit Gewinnen aus 2019, sondern auch aus den Jahren davor verrechnen können. Damit erhielten die Unternehmen ihnen zustehende Steuererstattungen schon jetzt und nicht erst 2021. Schweitzer: "Das wäre ein sehr wirkungsvolles Mittel, denn die Betriebe brauchen jetzt Geld."

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