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Corona-Krise bietet neue Chancen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie" mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey
Bundesfamilienministerin Giffey und DIHK-Präsident Schweitzer in Berlin

Bundesfamilienministerin Giffey und DIHK-Präsident Schweitzer in Berlin

© Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie" / Sandro Jödicke

Kita- und Schulschließungen und der pandemiebedingte Anstieg des mobilen Arbeitens haben eine neue Dynamik beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Gang gesetzt. Beim Unternehmenstag des Netzwerks "Erfolgsfaktor Familie" diskutieren Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, DIHK-Präsident Eric Schweitzer und Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, über die Chancen, die sich durch die Krise ergeben.

Als "enorm wichtig für den Wirtschaftsstandort Deutschland" hat der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Rahmen der Veranstaltung gewürdigt. "Die Corona-Pandemie hat erneut gezeigt: Wenn die Betreuung nicht funktioniert, geraten Unternehmen und ihre Beschäftigten unter immensen Druck", so Schweitzer. Viele Betriebe hätten daher bereits die Familienorientierung systematisch in ihre Unternehmensprozesse aufgenommen. "Ganz besonders unsere Netzwerkmitglieder wissen, dass sie langfristig davon profitieren."

Giffey lobt Kreativität und Durchhaltevermögen der Unternehmen

Auch Giffey rückte die große Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Vordergrund: Sie sei systemrelevant und essenziell für eine funktionierende Wirtschaft – das habe sich während der Corona-Pandemie mehr denn je bestätigt. Die Erfahrungen verdeutlichten, dass Unternehmen mit einer familienorientierten Unternehmenskultur besser für die Herausforderungen der Corona-Krise und für die Zukunft gewappnet seien.

"Vieles von dem, was in der Pandemie plötzlich möglich war – flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice und innovative Schichtmodelle – hat Potenzial für die Zukunft", hob die Bundesfamilienministerin hervor. "Ich danke den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die zusammen mit ihren Beschäftigten neue Lösungen gefunden und gerade in den letzten Monaten viel Kreativität und Durchhaltevermögen aufgebracht haben." Politik und Wirtschaft müssten nun gemeinsam daran weiterarbeiten, Veränderungen für eine bessere Balance von Erwerbs- und Sorgearbeit vorzunehmen.

Studie: Corona-Pandemie fördert Bewusstsein für Wert der Vereinbarkeit

In welchem Umfang die Pandemie die Sicht auf den Wert der Vereinbarkeit geprägt hat, belegt auch die beim Unternehmenstag vorgestellte Prognos-Studie "Neue Chancen für Vereinbarkeit! Wie Unternehmen und Familien der Corona-Krise erfolgreich begegnen" vor. Für die Analysen hatten die Wirtschaftsforscher eine repräsentative Erhebung unter Eltern und Unternehmern durchgeführt.

Demnach ist das Bewusstsein der Arbeitgeber für die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Krise deutlich gestiegen. 82 Prozent der befragten Betriebe gaben an, dass Kinderbetreuung ein zentraler Faktor für die Produktivität ihres Unternehmens ist. Zudem unterstützt die Mehrheit der Arbeitgeber auch in der Krise eine aktive Vaterschaft und spricht sich gegen eine Re-Traditionalisierung der Elternrollen aus. Unternehmen sehen, dass für beide Elternteile Vereinbarkeitsfragen sehr relevant sind.

Daher haben sich der Studie zufolge auch Unternehmen in der Krise ganz überwiegend als hilfsbereite und verantwortliche Partner der Eltern erwiesen. Drei Viertel der Eltern, die wegen der Kinderbetreuung das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchten, wurde nach dem Gespräch geholfen.

Mehr Informationen zum Unternehmensnetzwerk finden Sie unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

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Corinna Schwedhelm Projektreferentin Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie"

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Porträtbild Petra Blum, Pressesprecherin
Petra Blum Pressesprecherin