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Corona-Krise ist extreme Herausforderung für Gesamtwirtschaft

DIHK: Konkrete Hilfen müssen in den nächsten Tagen folgen
mikroskopische Vergrößerung des Coronavirus

Kleiner Erreger, große Folgen: Das Coronavirus trifft die deutsche Wirtschaft spürbar

© Gilnature / iStock / Getty Images Plus

47 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch aufgrund der Corona-Krise. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer jetzt vorgestellten Blitzumfrage unter mehr als 10.000 Betrieben aller Regionen und Branchen.

Der Erhebung zufolge liegen die erwarteten Umsatzeinbrüche in mehr als jedem vierten Unternehmen über zehn Prozent. Insbesondere das Gastgewerbe, die Reisebranche und Messebetriebe melden befürchtete Umsatzrückgänge um mehr als 75 Prozent.

Schweitzer: Schnelle Stützung für unverschuldet in Not geratene Betriebe

"Es ist dringend geboten, dass die Bundesregierung nun schnell konkrete Maßnahmen zur Stützung dieser unverschuldet in Not geratenen Unternehmen vorlegt", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. "Es handelt sich hier nicht nur um die Probleme einzelner Betriebe, sondern um eine extreme Herausforderung für unsere Gesamtwirtschaft. Die Beschlüsse des Koalitionsausschusses gehen in die richtige Richtung. Ganz dringend brauchen die Unternehmen jetzt schnell wirkende Liquiditätshilfen. Der Ankündigung des Koalitionsausschusses müssen in den nächsten Tagen und nicht erst in Wochen konkrete Hilfen folgen. Wir müssen sehr entschlossen handeln – und dann in den nächsten Wochen immer wieder gezielt da nachlegen, wo sich neue Sollbruchstellen für unsere Unternehmen infolge der Corona-Krise ergeben."

Vereinfachung ist "Gebot der Stunde"

Angesichts der zunehmend dramatischen Lage betroffener Unternehmen muss bei den erforderlichen Sofortmaßnahmen nach den Worten von Schweitzer "Vereinfachung das Gebot der Stunde sein". Einschränkungen und Prüfkriterien, die für normale Zeiten entwickelt worden sind, könnten andernfalls gefährliche Engpässe schaffen, so der DIHK-Präsident: "Die Verfahren müssen an die außergewöhnliche Krisen-Situation in vielen Teilen der Wirtschaft angepasst werden."

Der DIHK und die Industrie- und Handelskammern haben dazu Vorschläge entwickelt. "Statt beispielsweise jetzt die üblichen Antragsverfahren durchzuziehen, könnten Bund und Länder pauschal allen Betrieben die Ertrag- und Umsatzsteuern zinsfrei für die kommenden Monate stunden. Es gibt da im Detail noch viel zu tun – und wir müssen es schnell tun."

"Wir haben schwierige Monate vor uns"

In der Umfrage haben neben 47 Prozent der Betriebe mit prognostizierten Umsatzrückgängen weitere 28 Prozent der Unternehmen angegeben, sie könnten derzeit noch keine Einschätzung zu ihrer Geschäftsentwicklung abgeben.

"Die Unternehmensangaben zeigen, wie stark die Corona-Krise die Wirtschaft in der Breite verunsichert: Vom global tätigen Konzern über den familiengeführten Mittelstand bis hin zum Kleinstunternehmer erleben derzeit viele Betriebe Herausforderungen, wie sie bislang im Geschäftsleben noch nie zu Tage getreten sind", so Schweitzer.

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir noch schwierige Monate vor uns haben. Dabei sollten wir mit Besonnenheit, Verantwortung und Zuversicht agieren. Ich bin aber überzeugt davon, dass Gesundheitsbehörden, Politik und Wirtschaft die Corona-Krise mit einem gemeinsamen Verständnis für Probleme und Lösungen meistern können."

Die Umfrageergebnisse gibt es hier in einer deutschen und einer englischen Fassung zum Download:

DIHK-Blitzumfrage "Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft" (PDF, 283 KB)

DIHK flash poll March 2020: "The coronavirus' impact on the German economy" (PDF, 261 KB)

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Katharina Huhn Referatsleiterin Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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