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Der Brexit ist "ein historischer Einschnitt"

Schweitzer: Übergangsphase für intensive Verhandlungen nutzen
Halbtransparente UK- und EU-Fahne über Kalenderblatt mit rot angekreuzten 31. Januar

Wie geht es nach dem Brexit weiter? Noch ist vieles unklar

© Firn / iStock / Getty Images Plus

Am 31. Januar verlässt Großbritannien die EU; für die Verhandlungen über die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen bleibt nur noch Zeit bis Ende 2020. Was diese Zäsur bedeutet und wie dringlich eine grundsätzliche Einigung ist, erläutert Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs ist für die deutschen Unternehmen ein historischer Einschnitt", betont Schweitzer.  "Auf einen Schlag büßt der so wichtige EU-Binnenmarkt knapp ein Fünftel seiner Wirtschaftskraft ein."

Um es noch plakativer zu beschreiben: "Das Ausscheiden Großbritanniens ist vom Volumen so bedeutend, als würden die 19 kleinsten EU-Mitglieder zusammen die EU verlassen – von Österreich über Irland und Portugal bis Malta", erklärt der DIHK-Präsident.

Es sei nun umso wichtiger, die Übergangsphase für intensive Verhandlungen zu den künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zu nutzen. "Andernfalls drohen negative Folgen für Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals", warnt Schweitzer. "Nur wenige Monate verbleiben, um einen ungeregelten Brexit zum Jahresende zu verhindern."

Gerade für die deutschen Unternehmen sei es wichtig, die über Jahrzehnte gewachsenen engen wirtschaftlichen Verflechtungen aufrechtzuerhalten, mahnt der DIHK-Präsident. "Damit das gelingt, ist bis Ende des Jahres eine grundsätzliche Einigung notwendig – um Zölle zu vermeiden sowie Lieferketten, Datenverkehr, reibungslosen Warenverkehr und Dienstleistungen weiter zu ermöglichen." Zudem gelte es, möglichst viele EU-Standards im Handel mit dem Vereinigten Königreich beizubehalten.

"Die Übergangsphase bis Ende des Jahres mindert den Druck für die deutschen Unternehmen zwar etwas", so Schweitzer weiter, "die wirtschaftlichen Verwerfungen sind jedoch bereits heute sichtbar."

So sei UK innerhalb der letzten drei Jahre von Platz fünf auf Platz sieben der wichtigsten Handelspartner Deutschlands gerutscht. "Insbesondere bei den Exporten ist in dem Zeitraum ein deutlicher Rückgang von minus 6 Prozent zu verzeichnen, während die Ausfuhren in die anderen Länder Europas um fast 7 Prozent gestiegen sind."

Wie sich die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich 2019 gegenüber 2018 entwickelt haben, wie sie sich im weltweiten Vergleich verhalten und wie der Zehn-Jahres-Vergleich aussieht, können Sie den nachfolgenden Grafiken entnehmen: 
 


 


 

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