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Dercks: Ausbildungsgarantie "weder sinnvoll noch zeitgemäß"

DIHK sieht die Herausforderung im Matching von Betrieben und Azubis
Junger Zweiradmechaniker arbeitet an dem Ritzel eines Fahrrades

Zweijährige Ausbildungsberufe wie etwa der Fahrradmonteur sind eine gute Option für leistungsschwächere Jugendliche

© AleksandarGeorgiev / E+ / Getty Images

In ihrer neuen Veröffentlichung "Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona" empfiehlt die Bertelsmann-Stiftung eine staatliche "Ausbildungsgarantie" – ein Vorschlag, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ablehnt.

"Auch zu Corona-Zeiten bleibt Ausbildung für Jugendliche ein attraktiver Weg in das Berufsleben" – dieses Kernergebnis der neue Bertelsmann-Studie sei "erfreulich", betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. "Die Sorge um schlechtere Ausbildungschancen ist ernst zu nehmen, aber in weiten Teilen unbegründet."

Die von der Bertelsmann-Stiftung vorgeschlagene staatliche "Ausbildungsgarantie" ist nach Dercks' Einschätzung "weder sinnvoll noch zeitgemäß". In Zeiten von Corona liege die zentrale Herausforderung vielmehr darin, Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt zusammenzubringen.

Viele Unternehmen erhalten nicht einmal Bewerbungen

"Jenseits der besonderen Situation in diesem Jahr hat die vergangene DIHK-Ausbildungsumfrage außerdem gezeigt, dass rund 18.000 Betriebe nicht einmal eine Bewerbung erhalten haben und über 53.000 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben", berichtet der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Überproportional häufig gingen vor allem kleine und mittlere Betriebe leer aus, die zudem weniger Möglichkeiten haben, für sich zu werben oder schwächere Schulabgänger intensiv zu coachen."

Einstiegsqualifzierungen nutzen

Gemeinsames Ziel müsse es in dieser Situation sein, leistungsschwächere Jugendliche direkt in eine zweijährige Ausbildung zu bringen oder sie im Betrieb auf eine Ausbildung vorzubereiten. "Eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) mit hohen Übergangsquoten von über 60 Prozent ist dabei ein hervorragendes Instrument", empfiehlt Dercks.

Und er sieht bei der aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt noch nicht das letzte Wort gesprochen: "Betriebe und Schulabgänger hatten es in den letzten Wochen wegen der Pandemiebeschränkungen sehr schwer, zueinander zu finden", stellt er klar. "Die Begleitung bei der Berufsorientierung durch Betriebe, Lehrkräfte und Arbeitsagenturen konnte nicht stattfinden." Die Corona-Pandemie habe die ausbildungsanbahnenden Prozesse damit um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben.

Nachholeffekte bringen Entspannung

"Allerdings sehen wir derzeit einen Nachholeffekt", so Dercks. "Viele Unternehmen und Jugendliche schließen jetzt Ausbildungsverträge ab, die sie in vergangenen Jahren einige Wochen früher unterzeichnet hätten. Die ab 1. August zu beantragenden Prämien für ein hohes Ausbildungsengagement können zusätzlich motivierend wirken."

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Christina Mersch Bereichsleiterin Ausbildung

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst
Beine einer/eiens Jugendlichen mit zerrissenen Jeans, der/die auf einer Treppe neben einem Schul-Rucksack steht

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