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Deutsche Wirtschaft in Hongkong blickt mit Sorge in die Zukunft

Auslandshandelskammer befragt Mitgliedsunternehmen
Blick auf den Hafen in Hongkong mit Containerschiff im Vordergrund

Hongkong: Auch langfristig eine Drehscheibe des internationalen Handels?

© LeeYiuTung / iStock / Getty Images Plus

Das neue "Nationale Sicherheitsgesetz" könnte nach Einschätzung vieler in Hongkong aktiver deutscher Unternehmen auf längere Sicht die Attraktivität des Standorts für ausländische Investoren beeinträchtigen. Das hat nun eine Kurzumfrage der Deutschen Handelskammer vor Ort (AHK Hongkong) unter ihren Mitgliedern ergeben.

"Für die deutsche Wirtschaft ist Hongkong als Sonderverwaltungszone ein attraktiver und leistungsstarker Standort mit erheblichen rechtlichen, steuerlichen und technischen Vorteilen gegenüber China und anderen asiatischen Metropolen", erläutert Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Rund 600 Firmen, Firmenvertretungen und Regionalbüros aus Deutschland sind vor Ort präsent. Viele steuern von dort ihre Geschäfte in der Region.

Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit und Transparenz gefährdet

"Kurzfristig wird das neue 'Nationale Sicherheitsgesetz' daran nichts ändern", sagt Treier. Die Wahrnehmung, dass mit dem Gesetz das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" aufgegeben werde, sei allerdings auch bei den deutschen Unternehmen vor Ort "allgegenwärtig". In einer Kurzumfrage der AHK Hongkong hatten sich zwei Drittel der Befragten besorgt gezeigt, dass mittel- bis langfristig die Geschäftsfreundlichkeit in Hongkong leiden könnte – "und damit auch das Vertrauen in ein hohes Maß an Rechtsstaatlichkeit und Transparenz".

Drehkreuz für den Außenhandel

Die Volkswirtschaft zählt zu den weltweit am besten entwickelten; das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei 48.761 US-Dollar. Aktivitäten wie Einkauf, Vertrieb, Finanzierung, Logistik und Unternehmenssteuerung bringen international orientierte Firmen nach Hongkong. 2019 belegte die Sonderverwaltungszone im Index der Geschäftsfreundlichkeit Rang 3. Zum Vergleich: Deutschland landete auf Platz 22.

Die seit Juni 2019 andauernden, zum Teil gewaltsamen Proteste gegen die Hongkonger Regierung haben für die deutschen Unternehmen vor Ort bislang nur geringe Auswirkungen auf Handel und Geschäfte. Die Hongkonger Wirtschaft insgesamt leidet jedoch beträchtlich. Die Perspektivlosigkeit der Lage sorgt zunehmend für Unruhe, da die Sonderverwaltungszone bisher gerade mit seiner Stabilität gepunktet hat.

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Porträtfoto Vera Philipps
Vera Philipps Referatsleiterin Ostasien (Greater China, Japan, Korea) | APA: Korea

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