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DIHK: Coronavirus strahlt zunehmend auf den Welthandel aus

Lage in Norditalien sorgt für zusätzliche Verunsicherung
Der Canal Grande in Venedig, im Hintergrund die Basilika Santa Maria della Salute

Verwaiste Traumkulisse: In Venedig wurden nicht nur alle öffentlichen, sondern auch Firmenveranstaltungen abgesagt

© RudyBalasko / iStock / Getty Images Plus

Konferenzen werden vertagt, Mitarbeiter bleiben im Home Office – die rasche Ausbreitung des Coronavirus in Norditalien macht sich auch in der Wirtschaft bemerkbar. Und das gelte nicht nur für italienische Betriebe, betont Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Die zahlreichen Handelskonflikte und weltweit weniger Investitionen sind ohnehin schlechte Vorzeichen für das Exportjahr 2020", fasst Treier die Lage zusammen. "Nun kommt für die exportorientierten deutschen Unternehmen mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eine erhebliche wirtschaftliche Belastung hinzu."

China sei der wichtigste Handelspartner Deutschlands, und bei den dort ansässigen über 5.000 deutschen Unternehmen stünden seit Wochen "die Bänder nahezu still", berichtet der DIHK-Außenwirtschaftschef. Nur langsam werde die Produktion wieder hochgefahren.

Die rasche Ausbreitung des Virus insbesondere im Norden Italiens treffe das Wirtschaftszentrum Italiens und sorge aktuell für zusätzliche Verunsicherung der deutschen Exportwirtschaft, beobachtet er. Schließlich sei das Handelsvolumen Deutschlands mit der italienischen Provinz Lombardei fast so groß wie das mit Japan.

Bislang beschränkten sich die Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen, die die Unternehmen für ihre Mitarbeiter vor Ort träfen. "Sollten aber Lieferketten unterbrochen werden, dann wären Produktionsausfälle die Folge", warnt Treier. Dann geriete der bislang ungehinderte Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen Italien und Deutschland ins Stocken.

"Die Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur dürfen nicht unterschätzt werden", stellt der DIHK-Außenwirtschaftschef klar. "Schließlich ist Italien mit einem Handelsvolumen von über 125 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner Deutschlands, und täglich gehen insbesondere unverzichtbare industrielle Vorleistungsprodukte in beide Richtungen über die Alpen." Allein daran zeige sich, "dass das Coronavirus erhebliche Ausstrahlung auf den Welthandel zu entwickeln beginnt".

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