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DIHK: Ein harter Brexit ist nicht vom Tisch

Unternehmen weiterhin ohne "klaren Kompass"
EU-Flagge vor Houses of Parliament in London

© stockcam / iStock / Getty Images Plus

In Großbritannien setzt sich die Hängepartie um den Austritt des Landes aus der EU fort. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), beklagt die fortwährende Unsicherheit für die hiesige Wirtschaft.

"Drei Jahre nach dem Brexit-Referendum fehlt den Unternehmen weiterhin ein klarer Kompass", kommentierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer die Lage gegenüber dem "Tagesspiegel". "Die Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich – immerhin unser fünftwichtigster Exportpartner – belastet die Geschäfte spürbar."

Das belege die jüngste DIHK-Umfrage Going International, in der nur noch jedes fünfte Unternehmen mit Beziehungen zu Großbritannien seine Geschäfte als gut bezeichnet hatte. "70 Prozent der Betriebe erwarten dagegen für 2019 eine Verschlechterung der bilateralen Geschäfte – dreimal so viele wie im Vorjahr", berichtete Wansleben. Zuletzt seien die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich bereits deutlich zurückgegangen. Zudem plane jedes achte Unternehmen, Investitionen von Großbritannien in andere EU-Staaten zu verlagern.

"Ein harter Brexit ist nicht vom Tisch – die Unternehmen rechnen nach wie vor mit allem", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die deutsche Wirtschaft braucht endlich klare Entscheidungen aus Westminster, denn das ständige Hin und Her auf britischer Seite schadet den Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals."

Trotz der Zitterpartie um den Brexit sei deutschen Betrieben aber eine klare und geschlossene Haltung der 27 EU-Staaten wichtiger als weitere Zugeständnisse an die ausstiegswilligen Briten, betonte Wansleben unter Verweis auf das DIHK-Unternehmensbarometer zur Europawahl. Darin hatten 85 Prozent der Befragten angegeben, der Zusammenhalt der EU und der Binnenmarkt dürften durch den Brexit-Deal nicht gefährdet werden – selbst dann nicht, wenn der eigene Handel mit dem Vereinigten Königreich Schaden nehme.

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Mann im Haus der deutschen Wirtschaft
Mathias Dubbert Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung