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DIHK: EMI-Anstieg noch keine Entwarnung

Auftragslage derzeit "stark von Nachholeffekten getrieben"
Bunte Diagramme auf blauem Hintergrund

Ob das aktuelle Plus schon einen Aufwärtstrend einleitet, ist noch unklar

© Getty Images / blackred / E+

Der Einkaufsmanager Index (EMI) des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik hat im August wieder etwas angezogen. Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) steht die Erholung aber unter Vorbehalt.

Mit 52,2 Punkten erreichte der EMI im Berichtsmonat nach 51 Punkten im Juli ein 22-Monats-Hoch. DIHK-Expertin Melanie Vogelbach sieht in dem Anstieg von Produktion und Neuaufträgen im August einen "wichtigen Schritt" heraus aus dem Tal der Corona-Pandemie.

Noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt

Aber: "Auch wenn der Wirtschaftseinbruch nicht so tief ausfallen wird, wie ursprünglich befürchtet, sind zahlreiche Betriebe noch weit entfernt von den Umsätzen, die sie vor der Krise hatten."

Etwa jedes zweite Unternehmen rechne den DIHK-Umfragen zufolge nicht mit einer raschen Rückkehr zur Normalität, erinnert Vogelbach. Hinzu komme, dass die Auftragslage derzeit "stark von Nachholeffekten zuvor ausgebliebener Geschäfte getrieben" sei.

"Die aktuellen Erwartungen stehen daher unter dem Vorbehalt, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt", betont die DIHK-Expertin.

Auslandsgeschäft und Finanzierungslage bleiben unsicher

Und auch die Unsicherheiten im Auslandsgeschäft dämpften die konjunkturelle Erholung. "Noch immer erschweren eine verminderte Nachfrage, ausbleibende Investitionen, Störungen in den Lieferketten und Einschränkungen bei Geschäftsreisen die internationalen Geschäfte", so Vogelbach.

"Herausfordernd bleibt zudem die finanzielle Situation in etlichen Unternehmen. Für das Wirtschaften hierzulande brauchen die Betriebe daher mehr denn je gute Standortbedingungen."

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Melanie Vogelbach Bereichsleiterin Internationale Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaftsrecht

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst