Pfadnavigation

DIHK-Fachtagung "Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft"

Online-Veranstaltung beleuchtet am 5. November den Status quo
Containerschiff überlagert von einer Computeranimatio mit Weltkarte

Globalisierung und Digitalisierung erfordern neue Regeln für die internationale Besteuerung

© MR.Cole_Photographer / Moment / Getty Images

Welche Rolle spielt für die internationale Besteuerung die zunehmende Digitalisierung? In einer virtuellen Fachtagung Anfang November informiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag unter Beteiligung von Bundesfinanzministerium, Wissenschaft und Unternehmen über den aktuellen Stand der Arbeiten von G20/OECD und einer Initiative von 137 Staaten.

Schon seit geraumer Zeit setzen sich die Finanzverwaltungen von 137 Staaten und Gebieten in multilateralen Verhandlungen mit den Herausforderungen auseinander, vor die eine immer stärker vernetzte und digitalisierte Wirtschaft die internationale Besteuerung stellt.

So sind etwa Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen oftmals kaum oder gar nicht physisch in dem Staat präsent, in dem ihre – zu besteuernde – Wertschöpfung erbracht wird. Auch ist eine Zurechnung der Beiträge immaterieller Wirtschaftsgüter wie Marken oder Daten äußerst komplex.

Die Blaupause für eine Neuregelung steht

Nach einem fast vierjährigen intensiven Arbeitsprozess hat sich im Auftrag von G20 und OECD eine internationale Arbeitsgruppe, das sogenannte "Inclusive Framework", auf Vorschläge für neue Besteuerungsprinzipien verständigt. Die Finanzminister der beteiligten OECD-/G20-Staaten legten bei ihrem Treffen am 14. Oktober "Blueprints" für eine Zwei-Säulen-Regelung vor; bis Mitte 2021 soll eine Einigung erzielt werden.

Die Vorschläge sehen eine grundlegende Neuordnung der internationalen Steuerarchitektur und eine Abkehr von hergebrachten Besteuerungsprinzipien vor: Mit der ersten Säule ("Pillar 1") werden die Besteuerungsrechte zwischen den Staaten verteilt, es wird also geklärt, welcher Staat welche und wie viele Unternehmensgewinne besteuern darf. "Pillar 2" führt eine weltweit geltende Mindestbesteuerung ein, mit der die Länder der Gewinnverkürzung beziehungsweise -verlagerung durch multinationale Unternehmen begegnen könnten.

Namhafte Fachleute erläutern die Sachlage

In seiner Online-Fachtagung am 5. November präsentiert und erläutert der DIHK ab 15 Uhr gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen und Finanzverwaltung die konkreten Details der neuen Regelungen. Zudem werden die Auswirkungen auf die Betriebe und den Standort Deutschland mit den Tagungsteilnehmern diskutiert.

Nach einer Einführung von DIHK-Steuerchef Rainer Kambeck steht die Vorstellung der Regelungen zu Pillar 1 und Pillar 2 auf dem Programm. Das übernimmt Martin Kreienbaum vom Bundesfinanzministerium, der sowohl der Steering Group des Inclusive Framework als auch dem OECD-Steuerausschuss vorsitzt.

Erhebliche Folgen für Investitionen, Forschung und Geschäfte

Professor Wolfgang Schön vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen ordnet die neuen Regelungsvorschläge anschließend in die internationale und deutsche Steuerarchitektur ein, bevor Professor Johannes Becker von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster die Auswirkungen auf Investitionen, Steueraufkommen und Steuerwettbewerb beleuchtet.

Was die Vorschläge für den Forschungsstandort Deutschland bedeuten, erörtert Sylvia Heckmeier von der Merck KGaA; die Konsequenzen für die Geschäftstätigkeit von Unternehmen stellt Mathias Hildebrandt von ProSiebenSat1 dar.

Wer an der kostenfreien Online-Veranstaltung teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden.

Kontakt

Avatar männlich
Guido Vogt Referatsleiter Internationales Steuerrecht, Verfahrensrecht