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DIHK für Verlängerung der Brexit-Übergangsfrist

Ideenpapier zeigt Prioritäten für das künftige Verhältnis auf
Brexit: EU-Puzzle mit herausgelösten GB-Teil

Ein Puzzlespiel: Nach dem Brexit müssen die Beziehungen zwischen EU und UK neu geregelt werden

© ktsimage / iStock / Getty Images Plus

Seit dem 1. Februar ist Großbritannien nicht mehr EU-Mitglied, und am 31. Dezember endet auch die Übergangsphase, in der die Wirtschaftsbeziehungen mit der Europäischen Union noch so ausgestaltet sind wie bisher. Wie sie künftig aussehen könnten, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt in einem Ideenpapier skizziert. Gleichzeitig wirbt er für eine Fristverlängerung.

In den Bemühungen, das künftige wirtschaftliche Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU bis Ende 2020 zu regeln, herrscht vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie derzeit Stillstand. Immerhin wollen die Brexit-Unterhändler Michel Barnier und David Frost am 15. April besprechen, wie es mit den Verhandlungen nun weitergehen soll.

Ambitionierter Zeitplan wird zunehmend unrealistisch

Der Zeitplan war nach Einschätzung von Ilja Nothnagel, Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung, schon vor der Corona-Krise "ambitioniert", jetzt werde er "aus Sicht der Wirtschaft zunehmend unrealistisch", kritisiert er. Seine Sorge: "Neben den Auswirkungen des Coronavirus auch noch mit einem unkalkulierbaren Brexit umzugehen, könnte die betroffenen Unternehmen überfordern."

Nothnagel mahnt, den Blick auch auf die langfristige Zusammenarbeit zu richten, und verweist auf die aktuelle DIHK-Studie "Auswirkungen des Brexit". Ihr zufolge erwarten 58 Prozent der mit Großbritannien wirtschaftlich verbundenen Unternehmen, dass sich ihre Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich im laufenden Jahr verschlechtern werden. 15 Prozent planen Investitionsverlagerungen von UK in andere Staaten – vornehmlich in Länder der EU.

Klare Prioritäten für die Ausgestaltung der künftigen Beziehungen

"Die Zahlen verdeutlichen: Die EU-UK-Beziehungen sollten aufgrund von selbst gesetzten Zeitfristen nicht aufs Spiel gesetzt werden", warnt Nothnagel. "Im beiderseitigen Interesse sollte daher die Übergangsphase angepasst werden."

Gerade für die exportorientierten deutschen Unternehmen sei es wichtig, dass London und Brüssel die künftigen Beziehungen zwischen der EU und UK möglichst umfangreich regelten, so sein Appell. "Dabei gibt es klare Prioritäten: EU-Binnenmarkt schützen, EU-Standards im Handel mit UK auch künftig beibehalten und Verhandlungen auf Augenhöhe." Es gelte Zölle zu vermeiden, Transportwege aufrechtzuerhalten und die Bürokratie beim Warenaustausch möglichst zu minimieren.

In seinem Ideenpapier zur Ausgestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen der EU mit dem Vereinigten Königreich hat der DIHK die wesentlichen Aspekte zusammengefasst. Es steht hier in einer deutschen und einer englischen Fassung zum Download bereit:

Ideenpapier "EU und UK nach dem Brexit" (PDF, 905 KB)

Idea paper "EU and UK after Brexit" (PDF, 786 KB)


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Porträtfoto Ilja Nothnagel
Dr. Ilja Nothagel Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung

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Porträtbild Mathias Dubbert, Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung
Mathias Dubbert Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung