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DIHK-Umfrage zeigt: Gesundheitswirtschaft unter Druck

Betriebe unter anderem besorgt über neue regulatorische Hürden
Junge Krankenschwester blickt auf einen medizinischen Überwachungsmonitor

Nicht nur in Krankenhäusern hat sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert

© gpointstudio / iStock / Getty Images Plus

Die bislang zuverlässig überdurchschnittlichen Geschäftserwartungen in der Gesundheitswirtschaft geben deutlich nach – das zeigt der aktuelle Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Lage in der Branche.

"Fachkräftemangel, schwierige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, ein konfliktreicher Welthandel – das bekommen auch die Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft immer mehr zu spüren", erklärt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die Entwicklung.

Die Geschäftserwartungen seien "so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr". Dass insbesondere die Medizintechnik und der Handel mit Gesundheitsgütern deutlich weniger positiv in die Zukunft blicken als bisher, liegt nach Dercks' Einschätzung nicht zuletzt an der EU-Verordnung für Medizinprodukte, die ab Mai 2020 gelten wird.

Denn: "Diese baut neue regulatorische Hürden für innovative Medizinprodukte auf und macht es den vielen kleinen und mittleren Unternehmen schwerer, neue Produkte und Anwendungen in die Praxen, Krankenhäuser und zu den Patienten zu bringen." Das könnte "am Ende sogar den medizinischen Fortschritt gefährden", warnt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Außerdem gebe es immer noch zu wenig Zertifizierungsstellen, um sichere Medizinprodukte zuzulassen. Und: "Im Handel mit Gesundheitsgütern leiden die Unternehmen insbesondere unter unklaren Regeln zum Versandhandel verschreibungspflichtiger Medikamente."

Die Konsequenzen lassen sich aus den aktuellen Umfrageergebnissen ablesen: So sind die Investitionsvorhaben in der Gesundheitswirtschaft auf ein Sechs-Jahres-Tief gesunken. "Auch hier sind die Betriebe der Medizintechnik sowie der Handel mit Gesundheitsgütern besonders zurückhaltend", betont Dercks.

Bei den Geschäftserwartungen der exportorientierten Branchen Medizintechnik und Pharmaindustrie machten sich vor allem ein schwieriger Welthandel und Auslandsrisiken negativ bemerkbar.

Dennoch bleibt der Fachkräftemangel Top-Geschäftsrisiko für die Gesundheitsbranche: 65 Prozent der Unternehmen sorgen sich über zu wenig Nachwuchs und Personal – insbesondere in pflegenahen Berufen.

DIHK-Report Gesundheitswirtschaft | Herbst 2019 (PDF, 285 KB)

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Dr. Philipp Wien Referatsleiter Gesundheitswirtschaft

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