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Ein harter Brexit wird wahrscheinlicher

Wansleben: Verhandlungszeit notfalls verlängern
Brexit: Stift zeichnet auf Landkarte einen roten Strich durch den Ärmelkanal

Wie wird der Schlussstrich ausfallen, den UK und EU unter ihre gemeinsame Vergangenheit setzen?

© Tanaonte / iStock / Getty Images Plus

Dass die EU und Großbritannien ihre Post-Brexit-Beziehungen in der nun anstehenden vierten Gesprächsrunde möglichst umfassend regeln, hofft der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

"Die deutschen Unternehmen brauchen Klarheit über die künftigen Beziehungen der EU mit dem Vereinigten Königreich", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Daher blicken sie gespannt auf die Verhandlungen, die jetzt in die entscheidende Phase gehen."

Fortschritte seien zuletzt kaum zu sehen gewesen, bedauert er. "Die deutschen Unternehmen müssen sich daher wohl verstärkt auch auf das Szenario eines harten Bruchs im Januar 2021 vorbereiten: Die Einführung von Zöllen, Unterbrechung von Lieferketten und unterschiedliche Standards werden wahrscheinlicher."

Schon jetzt zeigten sich deutliche Spuren im bilateralen Handel, berichtet der DIHK-Hauptgeschäftsführer: "So sind die Exporte nach UK weiterhin rückläufig – sie sanken im ersten Quartal (im Vergleich zum Vorjahresquartal) um mehr als 14 Prozent." Zum Vergleich: Die Ausfuhren in die EU gingen im gleichen Zeitraum um weniger als 4 Prozent zurück. 

"Gerade für die exportorientierten deutschen Unternehmen ist es wichtig, dass London und Brüssel möglichst umfangreich die künftigen Beziehungen zwischen der EU und UK regeln", betont Wansleben. "Dabei gibt es klare Prioritäten: den EU-Binnenmarkt schützen, EU-Standards im Handel mit UK auch künftig beibehalten und ein Level Playing Field etablieren – falls nötig, auch durch eine Verlängerung der Verhandlungszeit."


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Mathias Dubbert Referatsleiter Europapolitik, EU-Finanzierungsinstrumente, Europäische Außenwirtschaftsförderung

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