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EU-Industriestrategie: Anstrengungen bündeln, Synergien schaffen

DIHK zu den Plänen der Kommission
Mann überprüft Roboter per Tablet

Digitalisierung muss ein ganz zentraler Aspekt einer europäischen Industriestrategie sein

© ipopba / iStock / Getty Images Plus

Richtige Ansätze erkennt Volker Treier, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in der Industriestrategie der EU-Kommission. Er mahnt allerdings, Subventionen auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

"Die Herausforderungen der Digitalisierung, verschärfte Klimaschutzziele sowie der härter werdende Wettbewerb mit den USA und China stellen die Unternehmen in Europa vor große Herausforderungen", betont Treier. "Eine europäische Industriestrategie hat die schwierige Aufgabe, die Anstrengungen von Industrie, EU und den Mitgliedstaaten strategisch zu bündeln und Synergien zu schaffen."

Allianzen schaffen, Subventionen minimieren

Die von der EU-Kommission geplante Schaffung von Allianzen sei "ein Schritt in die richtige Richtung", so Treier. "Es ist wichtig, die in strategisch wichtigen Wertschöpfungsketten relevanten Akteure zusammenbringen und Aktivitäten grenzüberschreitend zu bündeln." Nur so lasse sich die Versorgung mit den notwendigen Rohstoffen und Fachkräften sicherstellen, und nur so könnten hinderliche Regulierungen angepasst und Forschungs- sowie Innovationsförderung richtig ausgestaltet werden.

"Die ebenfalls geplante Subventionierung des Aufbaus von Fabriken sollte allerdings auf das notwendigste Maß und gut begründete Fälle beschränkt sein", warnt Treier.

Über Köpfe und Netze digitale Kompetenzen aufbauen

Um im Wettbewerb mit den USA und China mithalten zu können, benötige die europäische Industrie dringend Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen: "Werden Betriebe nach dem Handlungsbedarf in Bezug auf die Digitalisierung der Arbeitswelt gefragt, rangieren nach einer DIHK-Umfrage 'mehr Weiterbildungsmaßnahmen' bei 87 Prozent der Unternehmen auf Platz eins."

Wichtig seien außerdem flächendeckend verfügbare schnelle Breitband- und Mobilfunknetze sowie eine ausgewogene Regulierung für die Datennutzung, die den Unternehmen auch innovative Geschäftsmodelle ermöglichten und die Verfügbarkeit von Daten erhöhten.

Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen

Nicht zuletzt sind aus Sicht der Wirtschaft umfangreichere Investitionen in Forschung und Innovationen notwendig, "damit Klimaschutz und globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen Hand in Hand gehen", wie Treier erläutert. Die Betriebe seien auf technologische Lösungen zur Emissionsverringerung angewiesen, "deren Einsatz wirtschaftlich darstellbar sein muss".

Die vorgeschlagenen strengeren CO2-Reduktionsziele würden sich jedoch in noch höheren Kosten für Unternehmen niederschlagen, kritisiert er. "Völlig unklar bleibt, wie bei dieser Zusatzbelastung in den Unternehmen Spielräume und Perspektiven für Investitionen bestehen sollen."

Einen konkreten Beitrag könnten die Betriebe am besten leisten, wenn gute Rahmenbedingungen dafür geschaffen würden, dass sie selbst erneuerbare Energie produzierten.

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