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EU-Vietnam-Abkommen ein "Signal für Handlungsfähigkeit"

DIHK: Protektionismus belastet deutsche Unternehmen zunehmend
Saigon City

Ho-Chi-Minh-Stadt, früher Saigon, zeugt als ökonomisches Zentrum Vietnams von der enormen wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre

© R.M. Nunes / iStock / Getty Images

Mit seiner Abstimmung am 11. Februar zum EU-Vietnam-Freihandelsabkommen kann das Europaparlament nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Rahmenbedingungen im Welthandel für hiesige Unternehmen zu verbessern.

"Für die deutsche Wirtschaft ist die Ratifizierung des EU-Vietnam-Abkommens wichtig", betont DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Der Vertrag biete der EU Gelegenheit, "in einer zunehmend von Handelskonflikten geprägten Welt ihre Handlungsfähigkeit zu unterstreichen".

Schon rein wirtschaftlich sei das Abkommen mit diesem Wachstumsmarkt für hiesige Unternehmen bedeutsam, so der DIHK-Präsident. Und es stelle einen Schritt zur engeren Verbindung Europas mit dem dynamischen Südostasien dar.

Die symbolische Bedeutung ist nach Schweitzers Auffassung aber "fast noch stärker". Das Abkommen sende "ein Zeichen für verlässlichen Handel auf der Basis von klaren Regeln" – das habe für die auf die Weltmärkte ausgerichtete deutsche Wirtschaft große Bedeutung.

Zudem sei die Vereinbarung insgesamt "ein Signal gegen immer mehr Zölle und Handelsbeschränkungen in der Welt". Schließlich belaste dieser Protektionismus in etlichen Märkten zuletzt zunehmend die Aktivitäten der Unternehmen aus Deutschland.

Hier einige Zahlen zum Warenverkehr ...

... Deutschland – Vietnam:

  • Die deutschen Exporte nach Vietnam lagen 2018 mit 4,1 Milliarden Euro um 18 Prozent über dem Niveau von 2017.

  • Die deutschen Importe aus Vietnam waren 2018 mit 9,8 Milliarden Euro um 1,4 Prozent gegenüber 2017 gestiegen.

  • Das bilaterale Handelsvolumen summierte sich 2018 auf 13,9 Milliarden Euro, damit lag Vietnam in der Liste der deutschen Handelspartner auf Rang 34 (vergleichbar mit Singapur, 14,6 Milliarden Euro, oder Malaysia, 14,1 Milliarden Euro)

... EU – Vietnam:

  • Vietnam ist nach Singapur Europas zweitwichtigster Wirtschaftspartner in der Asean-Region.

  • Die EU-Unternehmen exportieren jedes Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von über 11 Milliarden Euro nach Vietnam; die europäischen Importe von dort haben ein Volumen von 38 Milliarden Euro.

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Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

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