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EU-Wasserstoffstrategie: Technologieneutralität ein "wichtiges Zeichen"

DIHK wünscht sich mehr Fokus auf Markteffizienz
Ingenieure in einer Raffinerie

Auch in Raffinerien könnte künftig klimafreundlicher Wasserstoff eingesetzt werden

© lagereek / iStock / Getty Images Plus

Die nunmehr verabschiedete Wasserstoffstrategie der EU-Kommission setzt nach Einschätzung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), "auch für die deutschen Unternehmen ein wichtiges Zeichen".

Anders als Berlin setze die Kommission "zu Recht stärker auf Technologieoffenheit, die den schnelleren Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ermöglicht", lobt Schweitzer. "Unternehmen können damit rasch und kostengünstig klimafreundlichen Wasserstoff nutzen."

Wasserstoff-Importen den Weg bereiten

Die breite Nutzung von Wasserstoff aus erneuerbarem Strom sei auch für die Wirtschaft das langfristige Ziel, stellt der DIHK-Präsident klar. "Bis dahin sollten die Betriebe aber auch Wasserstoff nutzen können, der aus Erdgas hergestellt wird." Zudem spielten Importe aus dem Ausland in der Strategie "richtigerweise eine wichtige Rolle". Denn außerhalb der EU bestünden oft bessere Bedingungen für eine kostengünstige Wasserstoffherstellung.

Insgesamt sollte die EU-Kommission nach Schweitzers Auffassung "den Fokus allerdings stärker auf einen effizienten Wasserstoffmarkt legen". Denn: "Die steigenden CO2-Preise werden dazu beitragen, dass sich Wasserstoff und wasserstoffbasierte Energieträger als Klimaschutzoption für die Betriebe durchsetzen."

Aus den Fehlern der Energiewende lernen

Zudem solle "der rechtliche Rahmen den Unternehmen eine kostengünstigere Herstellung von Wasserstoff ermöglichen", fährt der DIHK-Präsident fort. "Verzögerungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien kann sich Europa aufgrund des steigenden Ökostrom-Bedarfs für die Wasserstoffherstellung nicht mehr leisten."

Und: "Für eine Übergangszeit kann die Politik die Unternehmen bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse auf Wasserstoff unterstützen", so Schweitzer. "Der Ausstieg aus einer solchen Förderung sollte aber direkt mit angelegt sein. Denn wir sollten hier alle gemeinsam aus den Fehlern der Energiewende im Stromsektor lernen."

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Julian Schorpp Referatsleiter Europäische Energie- und Klimapolitik

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Wassermoleküle

Handlungsempfehlungen und Faktenpapier

Bereits im Juni hatte der DIHK ein Faktenpapier zum Thema und ein Positionspapier mit zwölf Leitlinien für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt veröffentlicht. Hier geht es zu den Papieren.