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Europäische Union muss mit ihrer Handelspolitik jetzt die richtigen Weichen stellen!

DIHK legt Impulspapier für die neue EU-Handelsstrategie vor
Europa-Satellitenbild bei Nacht

Auch die Intensivierung der wirtschaftlichen Nachbarschaftsbeziehungen der EU gewinnt an Bedeutung

© imaginima / iStock / Getty Images Plus

Die Corona-Pandemie droht zunehmend zum Katalysator eines weltweiten Protektionismus zu werden. Im Interesse der stark international orientierten Wirtschaft hierzulande plädiert der DIHK dafür, dass Deutschland die Zeit seiner Ratspräsidentschaft für eine ambitionierte EU-Handelspolitik nutzt.

"Einschränkungen im globalen Handel treffen insbesondere die stark exportorientierten deutschen Unternehmen ins Mark", gibt Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), zu bedenken. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der DIHK mit einem Rückgang der deutschen Exporte von deutlich mehr als zehn Prozent. Laut aktueller DIHK-Umfrage unter den international agierenden deutschen Unternehmen im Ausland erwarten acht von zehn Betrieben infolge der Pandemie Umsatzverluste.

Globale Geschäfte müssen wieder erleichtert werden

Umso bedeutsamer sei es für die hoch internationalisierte deutsche Wirtschaft, dass die Europäische Union mit ihrer Handelspolitik jetzt die richtigen Weichen stelle, so Treier. Ziel müsse es sein, globale Geschäfte wieder zu erleichtern. "Nur mit der EU als großem integrierten Wirtschaftsraum haben unsere oftmals mittelständisch geprägten Unternehmen im internationalen Wettbewerb eine hörbare Stimme. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, in der Industrie sogar jeder zweite."

Handelsabkommen vorantreiben, WTO modernisieren

Aus Unternehmenssicht sei es daher wichtig, dass Deutschland seine EU-Ratspräsidentschaft nutze, um die EU-Handelspolitik ambitioniert zu gestalten und in den politischen Vordergrund zu rücken, erläutert der DIHK-Außenwirtschaftschef. "Durch Abkommen mit Mercosur, China, UK, Indien und ASEAN sollte die zukünftige EU-Handelsagenda den Ausbau sowie die Diversifizierung verlässlicher Handelsbeziehungen ermöglichen."

Auch die wirtschaftlichen Nachbarschaftsbeziehungen — insbesondere mit dem Vereinigten Königreich, der Schweiz, mit Ländern des Balkans und der Türkei — sowie die Vernetzung mit Indien und Südostasien gewinnen nach Treiers' Einschätzung zunehmend an Bedeutung.

"Gleiches gilt bei den globalen Regeln für digitalen und nachhaltigen Handel." Hierzu sollte die EU eine ehrgeizige Modernisierung der Welthandelsorganisation vorantreiben. "Damit Handelsabkommen Erfolg und Rückhalt in der Breite der Wirtschaft finden, ist nicht zuletzt ihre praktische Umsetzung und die Nutzbarkeit des Mittelstandes entscheidend. Europa kann so zum Vorreiter in der internationalen Handelspolitik werden."

Seine Vorstellungen über die entscheidenden Weichenstellungen in der Handelspolitik hat der DIHK in einem "Impulspapier für die neue EU-Handelsstrategie" (PDF, 599 KB) zusammengefasst.


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Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst