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Exporteinbruch "an Dramatik kaum zu überbieten"

DIHK: Corona-Handelshemmnisse nach der Krise wieder abbauen
bunte Containerstapel

Ruhige Zeiten für Container: Die Pandemie wird tiefe Spuren im Exportgeschäft hinterlassen

© olaser Creative / E+ / Getty Images

Die deutschen Ausfuhren sind im April gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel abgesackt – das ist der größte Einbruch seit Beginn der Außenhandelsstatistik. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass die Exporte noch lange von der Pandemie belastet sein werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben die deutschen Exporte im April auf 75,7 Milliarden Euro nach, das bedeutet kalender- und saisonbereinigt ein Minus von 24 Prozent gegenüber März und sogar einen Rückgang um 31,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Dabei waren die Ausfuhren je nach Handelspartner unterschiedlich stark beeinträchtigt: Während die Exporte nach China gegenüber April 2019 um vergleichsweise moderate 12,6 Prozent sanken, gab es besonders große Einbrüche bei den Ausfuhren in von Covid-19 extrem betroffene Länder wie Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent) oder die Vereinigten Staaten (minus 35,8 Prozent).

Dramatische Folgen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland

Diese Entwicklung sei "an Dramatik kaum zu überbieten", betont DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Der Stopp von großen Teilen des Welthandels hat dramatische Folgen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland in diesem Jahr", so sein Resümee. Schließlich hänge hierzulande jeder vierte, in der Industrie sogar jeder zweite Job vom Ausfuhrgeschäft ab.

Auch wenn es mittlerweile in vielen Ländern Grenzöffnungen und Lockerungen gibt, erwartet der DIHK-Außenwirtschaftschef, dass die Weltwirtschaftskrise und der globale Rückgang bei Handel und Investitionen die Exporte und Geschäfte der Unternehmen auch über die Pandemie hinaus hin belasten werden.

Protektionismus-Krise nach der Corona-Krise verhindern

Umso wichtiger sei es, dass die vielen Handelshemmnisse, die zur Bekämpfung des Virus eingeführt wurden, auch wieder abgebaut würden. Andernfalls drohe "nach der Corona-Krise die Protektionismus-Krise", warnt Treier. "Weitere Einschränkungen werden die exportstarken deutschen Unternehmen nur schwer verkraften können." Für das Gesamtjahr erwarte der DIHK einen Rückgang der Exporte von 15 Prozent.

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Porträtfoto Volker Treier
Dr. Volker Treier Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung

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