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Fußball wirkt – auch für die Unternehmen

WM verstärkte die Wirtschaftsbeziehungen zu Südafrika
Drei südafrikanische Kinder, ausgestattet mit Fußball-Fanartikeln und Flaggen

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika sorgte nicht nur für reichlich Begeisterung unter den Fans, sondern leistete auch einen wesentlichen Beitrag zum Infrastrukturausbau.

© ManoAfrica / E+ / Getty Images

Die Fußball-WM 2010 in Südafrika liegt nun bald zehn Jahre zurück. Noch heute sei aber spürbar, wie sehr sie die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen vorangebracht habe, berichtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

"Deutsche Unternehmen haben sowohl direkt als auch indirekt von der Fußball-WM 2010 profitiert", erinnert DIHK-Afrikaexperte Heiko Schwiderowski. Insbesondere in den Bau von Stadien und die Erneuerung beziehungsweise Erweiterung der Infrastruktur im Verkehrs- und Flugbereich seien hiesige Betriebe eingebunden gewesen. Der im Zusammenhang mit den Spielen generierte Umsatz wurde damals auf 1,5 Milliarden Euro beziffert.

Als "größten Nachlass der WM" bewertet Schwiderowski die Gelder, die in die Infrastruktur geflossen sind: "Solarpanels auf den Dächern modernisierter Flughäfen, Investitionen in hochwertige Gebäude und Hotels sowie die Ansiedlung deutscher Unternehmen in den entwickelten Gewerbegebieten sind Nachweis eines nachhaltigen Erfolges."

Derzeit beschäftigen nach Angaben des DIHK-Experten rund 600 deutsche Betriebe in Südafrika rund 90.000 Mitarbeiter – vorwiegend in den Bereichen Automobil, Maschinenbau und chemische Industrie.

Von großer Bedeutung für eine Ansiedlung sei eine gut funktionierende Infrastruktur mit Blick auf Strom, Straßen und Wasser. "Gerade hier haben wir im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 große Fortschritte erlebt, von denen die Unternehmen und die Menschen in Südafrika bis heute profitieren", so Schwiderowski. "Insbesondere im Straßen- und Luftverkehr hat sich in den letzten Jahren viel getan."

Dass sich deutsche Unternehmen in Südafrika einer großen Beliebtheit erfreuten, liege nicht nur an der Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen: "Sie verknüpfen ihr Engagement auch mit der Ausbildung insbesondere junger Menschen. Die Partnerschaften mit lokalen Unternehmen oder auch dem südafrikanischen Staat gelten daher als besonders nachhaltig."

Die AHK Südliches Afrika sei bereits seit 1985 in der beruflichen Ausbildung tätig und habe rund 10.000 junge Menschen ins Berufsleben begleitet. "Ausgebildet werden die Lehrgänge Industriekauffrau, -mann, Mechatroniker und Logistikkauffrau-/mann", konkretisiert der Afrika-Experte.

Und er nennt Zahlen aus dem jüngst vorgestellten AHK World Business Outlook zu Südafrika: "36 Prozent unserer Unternehmen vor Ort rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten, 60 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Nur 4 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus."

Kontakt

Porträtfoto Heiko Schwiderowski
Heiko Schwiderowski Referatsleiter Subsahara-Afrika