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Gespräche mit Japan wegen Reiserestriktionen sehr wichtig

Volker Treier zur Videokonferenz von Maas und Motegi
Japaner mit Mund-Nasen-Bedeckung gehen im Regen mit Schirmen über einen Zebrastreifen

Die Covid-19-Pandemie ist auch in Japan ein großes Thema

© SOPA Images / Kontributor / Getty Images

Japan ist ein enorm wichtiger Handelspartner für Deutschland. Als umso bedeutsamer bewertet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die gestrige Videokonferenz von Bundesaußenminister Heiko Maas mit seinem japanischen Amtskollegen Toshimitsu Motegi.

"Solche Gespräche kommen zum richtigen und wichtigen Zeitpunkt", sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier, und er erinnert daran, dass Japan gerade eine neue Regierung erhalten hat.

Für Deutschland ist die mit fast 126 Millionen Einwohnern drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zweitwichtigster Handelspartner in Asien und ein bedeutsamer Partner in multilateralen Institutionen wie der OECD, der G7 und der WTO. Das bilaterale Handelsvolumen lag 2019 mit 44,7 Milliarden Euro um ein Prozent über dem Vorjahresniveau.

Unternehmen brauchen Kontinuität und Verlässlichkeit 

"Die Unterredung der beiden Außenminister verspricht Kontinuität und Verlässlichkeit – wichtige Faktoren für Unternehmen", betont Treier. Schließlich habe die Covid-19-Pandemie Volkswirtschaften und Handelsbeziehungen unter Druck gebracht.

"Geschäftsreisen sind seit März dieses Jahres und bis heute praktisch unmöglich; selbst Inhaber langfristiger Aufenthaltsgenehmigungen können erst seit Kurzem – unter strengen Auflagen – wieder nach Japan reisen", bedauert er.

Treier verweist auf eine aktuelle Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) Japan, der zufolge die Reiserestriktionen für 85 Prozent der deutschen Unternehmen vor Ort ein wesentliches Hindernis darstellen. 99 beziehungsweise 95 Prozent der Befragten sehen in der außerordentlich hohen Zuverlässigkeit der Geschäftsbeziehungen mit japanischen Partnern beziehungsweise in der Stabilität der Wirtschaft einen großen Standortvorteil.

Potenziale über das EU-Freihandelsabkommen hinaus

Das vor gut einem Jahr in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan – das bisher "ehrgeizigste, ausgewogenste und fortschrittlichste seiner Art" – habe neue Geschäftschancen eröffnet, erinnert der DIHK-Außenwirtschaftschef. Darüber hinaus bestehe ein großes Potenzial für sogenannte Drittmarktgeschäfte, also die Umsetzung gemeinsamer Vorhaben deutscher und japanischer Unternehmen in anderen Ländern.

"Gerade vor dem Hintergrund der kürzlich vorgestellten Leitlinien für den Indo-Pazifik der Bundesregierung ist dies ein interessantes Feld, das es im Zuge der Diversifizierungsbemühungen vieler Unternehmen auszuloten gilt", so Treier.

Unterredungen wie die zwischen den Außenministern Motegi und Maas böten Gelegenheit, "all diese und weitere wichtige wirtschaftspolitische Themen anzusprechen". Dazu gehöre auch die drohende wirtschaftliche Entkopplung zwischen den USA und China. "Solche Gespräche können im Interesse der Unternehmen einen Beitrag zum Ausbau der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Japan leisten."

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Vera Philipps Referatsleiterin Ostasien (Greater China, Japan, Korea) | APA: Korea

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst