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Hervorragendes Ausbildungsplatzangebot der Unternehmen – trotz schwächerer Konjunktur

Achim Dercks verweist auf Trend zu sozialen Berufen
Ausbilder mit vier Azubis im Betrieb

Aktuell bleibt jeder zehnte Ausbildungsplatz unbesetzt

© industryview / iStock / Getty Images Plus

Dass in diesem Jahr weniger junge Menschen als zuvor eine betriebliche Ausbildung nachfragen, liegt nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) auch daran, dass mehr Schulabgänger Pflege-, Gesundheits- und Erziehungsberufe ergreifen.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks kommentierte die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Ende September veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen wie folgt:

"Die neuesten Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen, dass insgesamt weniger junge Leute eine betriebliche Ausbildung nachfragen.

Daher gehen auch die abgeschlossenen Ausbildungsverträge leicht zurück. Neben den über viele Jahre rückläufigen Schülerzahlen und dem Trend zum Studium gibt es einen weiteren wichtigen Grund, der oft übersehen wird:  Die Auszubildendenzahlen in den Pflege, - Gesundheits- und Erziehungsberufen steigen angesichts des Fachkräftebedarfs in diesen Bereichen von Jahr zu Jahr an – seit 2005 um insgesamt über 35.000 Teilnehmer auf inzwischen nahezu 180.000.

Ausbildungen im Bereich Gesundheit und Soziales werden rein statistisch aber im Unterschied zu den Ausbildungen in Industrie, Handel, Handwerk und freien Berufen nicht als betriebliche Ausbildungen betrachtet – obwohl viele von ihnen eine ähnliche Kombination aus praktischer Ausbildung im Betrieb und Schulbesuch kennzeichnen. Ein breiterer Blick auf den Ausbildungsbereich ist daher erforderlich, um die Veränderungen richtig abzubilden.

Trotz schwächerer Konjunktur stellen die Unternehmen laut Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr eine Rekordanzahl an Ausbildungsplätzen bereit. Mit einem Plus von 6.600 auf rund 572.000 gemeldeten Ausbildungsstellen war das Ausbildungsangebot aus Sicht der Jugendlichen so gut wie noch nie.

Zugleich ist fast jeder zehnte von den Betrieben angebotene Ausbildungsplatz unbesetzt geblieben. Der Fachkräftemangel bleibt in vielen Bereichen der Wirtschaft eine große Herausforderung.

Alle Beteiligten dürfen angesichts des großen Fachkräftemangels gerade in diesem Bereich nicht in ihren Bemühungen locker lassen, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Das neue Berufsbildungsgesetz setzt hier wichtige Impulse, um die Berufliche Bildung attraktiver zu machen und zu stärken. Die neuen Abschlussbezeichnungen 'Bachelor Professional' und 'Master Professional' machen endlich auch sprachlich deutlich, dass Berufliche und akademische Bildung gleichwertig ist."

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Porträtbild Ulrike Friedrich, Referatsleiterin Ausbildungsmarketing und -analysen | Digitalisierung
Ulrike Friedrich Referatsleiterin Ausbildungsmarketing und -analysen, Digitalisierung

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Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams